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<title>Hobby? Barfuß! auf Parsimony - Fallstudie</title>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/</link>
<description>Archiv</description>
<language>de</language>
<item>
<title>Fallstudie (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Und zum Erscheinen bei Gericht: Ich denke, wenn ich darlegen kann, dass ich seit Jahren barfüssig lebe, dann dürfte auch klar sein, dass das in keiner Weise eine Missachtung oder gar Verächtlichmachung des Gerichts sein soll.<br />
Mal rein theoretisch die Frage: Wenn ich als Zeuge geladen bin und barfüssig erscheine, dabei Anstoss seitens des Richters errege und nun vorbringe dass ich gar keine Schuhe (mehr) besitze - dürfte ich mir dann eigens für die Verhandlung auf Staatskosten welche kaufen ? Schliesslich kann niemand von mir verlangen, dass ich mir allein für diesen Auftritt welche anschaffe !<br />
BF-Grüsse<br />
Manfred</p>
</blockquote><p>
--<br />
Hi Manfred,<br />
es hat für mich schon den Nimbus des Besonderen, wenn ich höre, daß jemand bald wieder mal der XX. Jahrestag der totalen Befreiung seiner Privacy von Schuhen &amp; Socken feiert.<br />
Sofern in der gegebenen Situation &quot;Ladung als Zeuge oder Angeklagter vor Gericht&quot; bei gleichem BF-Way Of Life wie bei dir aus welchen Gründen auch immer die Anschaffung von Schuhen nicht in Frage kommt, gebe ich ganz offen zu, ein Waschlappen zu sein. Tatsächlich würde ich dann 1 oder 2 Tage vorher per gesicherter Briefzustellung oder Fax ein Schreiben etwa folgenden Inhalts an die betreffende Stelle richten (damit zwischenzeitlich nicht mehr geantwortet werden kann &amp; womöglich gar zum Schuhetragen aufgefordert wird):</p>
<p>AG/LG Barfußargwohntown<br />
Frau/Herrn Vorsitzende(n) RichterIn Fertigmache<br />
Stil- &amp; Etikettestr. XX<br />
CC: Herrn Oberstaatsanwalt Zyniker<br />
[Lustiger Modus Off, Ernstgemeint-Modus On]<br />
Betreff: Problematik meines äußeren Erscheinungsbildes in der Hauptverhandlung am ..., AZ XX Cs YY oder XX Js YY<br />
Sehr geehrte Frau (Herr) Vorsitzende(r), sgHOberstaatsanwalt, sgDuH,<br />
aufgrund der Tatsache, daß ich bedingt durch schlechte wirtschaftliche Lage seit vielen Jahren ohne Fußbekleidung auszukommen versuche und diese Lebensart bei mir seit langem gegeben ist, ersuche ich das Gericht höflich, im Erscheinen zum og. Termin in Zusammenhang mit den genannten Begleitaspekten keine Mißachtung der Würde des Gerichts zu ersehen. Mir ist bekannt, daß sich Vorsitz und Staatsanwaltschaft aufgrund der äußeren Erscheinung des Zeugen [Angeklagten] ein Menschenbild desselben machen. Ich bitte um neutrale und sachliche Prüfung der zu verhandelnden Angelegenheit beim benannten Termin.<br />
Mit vorzüglicher Hochachtung<br />
NN</p>
<p>Das sollte normalerweise Ordnungsgeld &amp; Ähnlichem, bei halbwegs normal gelagerten Umständen auch der Feature, daß der Prozeß evtl. ungünstiger ausgeht als bei beschuhter &amp; besockter Teilnahme, einen Riegel vorschieben.<br />
@ Engel: Du hast natürlich recht, daß alle so stark sein sollten, Wahrheit unabhängig von Beschuhung zu erkennen. Leider ist Recht haben &amp; Recht bekommen erfahrungsgemäß 2erlei, unabhängig von der Feature BF.</p>
<p>Generell mit Justizia nichts zu tun haben wollend (egal, ob barfuß oder nicht) &amp; mit freundlichen BF-Grüßen, Jay.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265886</link>
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<pubDate>Fri, 16 Mar 2007 07:04:27 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Jay</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Merci für Info (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hi Markus,<br />
diese Klarstellung war sicher wichtig &amp; insbesondere angebracht, weil man jetzt endlich weiß oder zumindest einen Eindruck davon hat, worauf bei Justizia Verlaß ist &amp; worauf nicht. Vielen Dank.<br />
Einen schönen Barfußtag, Jay</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265885</link>
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<pubDate>Fri, 16 Mar 2007 05:28:29 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Jay</dc:creator>
</item>
<item>
<title>System der Angst dreht sich im Kreis (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hi Engel,<br />
auch ich muß sagen, wenn man diese TV-Sendungen wie &quot;Richterin Barbara Salesch&quot; als authentisch &amp; für bare Münze nimmt, was da für meist jugendliche Typen mit flapsiger Sprache &amp; in voller Punkermontur auftreten, sei es als Angeklagte oder Zeugen, ist natürlich der logische Schluß voll gerechtfertigt, daß<br />
* ordentliche Jeans<br />
* ordentliches T-Shirt oder Pullover<br />
* Barfuß<br />
überhaupt keine Einflußgröße auf den Ausgang der betreffenden Verhandlung darstellen sollten.<br />
Nur kommt mir das Ganze unglaubwürdig vor. Solche Termine werden normalerweise gründlich vorbereitet bis hin zu der Psychodimension &quot;Anzug, Schlips &amp; Beschuhung (oder entsprechende Analoga bei Damen) stellen eine Respektsbezeugung vor dem Gericht dar&quot;. Warum sollte man also so&amp;soviel Tagessätzen weniger zuliebe, so&amp;soviel Monaten weniger Knast zuliebe auf die &quot;ordentliche Etikette&quot;-Feature verzichten? Schließlich soll die Entstehung eines bestimmten Ergebnisses größtmöglich katalysiert werden (&amp;, seien wir mal ehrlich: wenn Schuhe &amp; Socken, sei es aus idealistischen Gründen oder weil tatsächlich extrem unbequem-unangenehme Modelle vorliegen, nicht gerade als höllische Qualen wahrgenommen werden, treibt doch jeder diesen nicht extrem konstenintensiven Aufwand. Besonders &quot;glaubwürdig&quot; wird die Sache, wenn man sie nicht als &quot;aufgesetzt&quot;, sondern in &quot;seriöser Dezentheit&quot; praktiziert, der Glaube, mit dieser einfachen Psychostrategie ein Verhandlungsresultat zu seinen Gunsten verändern zu können, sitzt sehr fest, auch bei mir.)</p>
<p>Nunmehr dreht sich die Sache in diesem Forum im Kreis &amp; wir landen wieder bei einem fundamentalpsychologischen Thread, den ich in meiner Anfangszeit hier angezettelt hatte: &quot;Barfußgehen, eine Provokation - warum?&quot; So wird es wohl psychodimensional auch von der Gerichtsbarkeit empfunden, wenn ein betont anderes Outfit als das gerade eben genannte praktiziert wird. In diesem Thread hatte ich von dem im Forum zwischenzeitlich verblichenen Alan Turing (bezeichnete sich als auch in Bezug auf &#039;Gesellschaftliches&#039; absolut harten Ganzjahres-BF) einen fürchterlichen Rüffel kassiert, was mir einfällt, barfuß auf der Beerdigung den Toten zu entehren! Lorenz beschäftigte sich mit dem Gedanken an ein Barfuß-Benimm-Seminar (wobei er verständlicherweise im Rahmen des HBF nicht soweit ging, konkret die evtl. und groteskerweise bestehende Möglichkeit von Lerninhalten wie &quot;Wo es sich NICHT gehört, BF zu gehen&quot; zu erwähnen).</p>
<p>Warum werden - wie im vorliegenden Fall einer Hauptverhandlung vor Gericht - freie (oder auch das bereits irgendwo psychodimensional wirkende Wort &quot;nackte&quot;) Füße als Provokation empfunden, während man mir in Kindertagen beibrachte: In der Kirche sind Handschuhe auszuziehen &amp; ferner in jedem konservativen Stil- &amp; Etikettebuch &#039;drinsteht: Sich bei einer Begrüßung per Handschlag im Winter nicht den rechten Handschuh auszuziehen, gilt als unhöflich bis grob unhöflich. Wahrscheinlich auch, sie bei einer Gerichtsverhandlung (samt Wintermantel) anzubehalten...</p>
<p>Warum sind freie Füße immer noch etwas Besonderes (&amp; als Provokation Empfundenes) &amp; nicht einfach Soetwas wie z. B. eine bestimmte Pulloverfarbe? Wer würde sich daran stören (außer ein ultrakonservativer Richter ist bei Herren tatsächlich total anzug- &amp; krawattenfixiert), säße jemand in einem leuchtend orangefarbigen Pullover in der Verhandlung?</p>
<p>Vielleicht wird niemals ergründbar sein, weshalb das so in der menschlichen Gehirnsoft(oder sogar firm-)ware so eingestanzt ist. Gäbe es &quot;das&quot; nicht, fiele vielleicht sogar der Reiz für dieses Forum fort.</p>
<p>Grübelnde Barfußgrüße, Jay</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265884</link>
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<pubDate>Fri, 16 Mar 2007 05:11:56 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Jay</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Korrektur (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Rechtsprechung ist die Kunst, einen Sachverhalt anhand der Angaben der Beteiligten zu rekonstruieren, wobei es auch oft ganz einfach auf die Beweislast ankommt, wenn eine wichtige Einzelfrage nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte.</p>
</blockquote><p>Richtig muß es heißen:<br />
Rechtsprechung ist die Kunst, das Gesetz auf einen Sachverhalt, den man aufgrund der Angaben der Beteligten rekonstruiert hat, anzuwenden, wobei es auch oft ganz einfach auf die Beweislast ankommt, wenn eine wichtige Einzelfrage nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte.</p>
<p>Barfüßige Frühlingsgrüße,<br />
Markus U.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265882</link>
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<pubDate>Fri, 16 Mar 2007 00:24:15 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Markus U.</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Auch Richter sind nur Menschen mit individuellen Meinungen (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hi Manfred (Ten)!</p>
<blockquote><blockquote><p>Als Anwalt erlebe ich schon tagtäglich, dass innerhalb ein und desselben Gerichts der eine Richter eine bestimmte Frage so, ein anderer ganz anders entscheidet. Und gerade, was Gepflogenheiten vor Gericht angeht, erlebe ich, je weiter ich mich vom Heimatgericht entferne, umso stärker, dass das, was in unserem Gerichtsbezirk gang und gäbe ist, an anderen Gerichten völlig anders gesehen und gehandhabt wird.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Was hat aber dann das Ganze überhaupt noch mit Recht zu tun ???<br />
Meiner Ansicht nach muss doch Recht klar definiert sein, sonst könnte man gleich einen Computer mit Zufallsgenerator &quot;Recht&quot; sprechen lassen...<br />
Es kann doch nicht sein, dass HINTERHER entschieden wird was rechtens ist, gar ohne die Sicherheit dass nicht bei der nächsten Gelegenheit an anderer Stelle wieder etwas ganz anderes gilt (je nach der jeweiligen Weltanschauung des Richters.<br />
Und wenn etwas unklar ist, dann muss es eben zu meinen Gunsten ausgelegt werden !</p>
</blockquote><p>Es ist tatsächlich so, daß man zu bestimmten Fallkonstellationen sehr unterschiedliche, ja gegensätzliche Standpunkte vertreten kann. Rechtsprechung ist die Kunst, einen Sachverhalt anhand der Angaben der Beteiligten zu rekonstruieren, wobei es auch oft ganz einfach auf die Beweislast ankommt, wenn eine wichtige Einzelfrage nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte. Und in Berufungssachen habe ich auch schon (nicht immer zu meiner bzw. des Mandanten Freude) vor allem in Zivilsachen erlebt, daß das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil aufhob und das Gegenteil verkündete.</p>
<blockquote><p>Und zum Erscheinen bei Gericht: Ich denke, wenn ich darlegen kann, dass ich seit Jahren barfüssig lebe, dann dürfte auch klar sein, dass das in keiner Weise eine Missachtung oder gar Verächtlichmachung des Gerichts sein soll.<br />
Mal rein theoretisch die Frage: Wenn ich als Zeuge geladen bin und barfüssig erscheine, dabei Anstoss seitens des Richters errege und nun vorbringe dass ich gar keine Schuhe (mehr) besitze - dürfte ich mir dann eigens für die Verhandlung auf Staatskosten welche kaufen ? Schliesslich kann niemand von mir verlangen, dass ich mir allein für diesen Auftritt welche anschaffe!</p>
</blockquote><p>Das kann man durchaus kontrovers diskutieren und vielleicht sogar einen bedeutsamen Beitrag zur Rechtsfortbildung leisten (das meine ich nicht einmal ironisch). Allerdings ist dieses Forum dafür wohl nicht der richtige Ort.</p>
<p>Barfüßige Frühlingsgrüße,<br />
Markus U.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265881</link>
<guid>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265881</guid>
<pubDate>Fri, 16 Mar 2007 00:17:00 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Markus U.</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Auch Richter sind nur Menschen mit individuellen Meinungen (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hi Oliver S.!</p>
<blockquote><p>Ich denke, dass es hier keine deutschlandweit einheitliche Linie aller Richter gibt. Als Anwalt erlebe ich schon tagtäglich, dass innerhalb ein und desselben Gerichts der eine Richter eine bestimmte Frage so, ein anderer ganz anders entscheidet. Und gerade, was Gepflogenheiten vor Gericht angeht, erlebe ich, je weiter ich mich vom Heimatgericht entferne, umso stärker, dass das, was in unserem Gerichtsbezirk gang und gäbe ist, an anderen Gerichten völlig anders gesehen und gehandhabt wird.</p>
</blockquote><p>Es gibt natürlich gewisse Unterschiede, was die Gepflogenheiten an verschiedenen Gerichten betrifft, aber so crass, wie Du die Unterschiede darstellst, sind sie nicht. Es ist halt so, daß man die Richter, denen man an &quot;entfernten&quot; Gerichten gegenübersteht, nicht kennt. Aber das kann einem am Gericht, an dem man selbst zugelassen ist, auch widerfahren. Vertraute Gesichter verschwinden (Pensionierung, Tod, Versetzung etc.), neue erscheinen. Mit weißem Hemd, Krawatte und Anzug bzw. Kombination oder Stoffhose ohne Jakke an heißen Sommertagen kann man nix falsch machen, und wenn man zudem darauf achtet, wie der Hosensaum fällt, dann läßt sich bei Bedarf sogar die Sokkenloosigkeit verbergen, was mir aber meist gar nicht nötig erscheint. Die Robe ist ohnehin obligatorisch, wird aber meist nur während der Sitzung angelegt, und in Jeans oder ohne Krawatte bin ich vor Gericht noch nie aufgetreten und habe das auch nicht vor, während ich, wenn keine Gerichtstermine anliegen, in der Regel in Jeans und ohne Krawatte ins Büro gehe. Ich empfinde die Beratungssituation dann als zwangloser und bin so auch selber weitaus kreativer, als wenn ich mich auch noch an reinen Bürotagen &quot;verkleiden&quot; müßte. Die Mandanten stört es nicht, denn die wollen und bekommen von mir eine kompetente Beratung; ich nehme sie ernst, höre ihnen zu und stelle Fragen, denn bezüglich des Sachverhaltes sind sie mir an Kenntnis überlegen.</p>
<blockquote><p>Kurz zu den angesprochenen Punkten:</p>
</blockquote><blockquote><blockquote><p>I. Barfuß Autofahren:<br />
Ich hatte noch nie über einen Bußgeldbscheid zu entscheiden, bei dem jemand wegen barfüßigen Autofahrens belangt wurde. Zwar habe ich das Thema nicht so gründlich recherchiert wie es dankenswerterweise Markus U. getan hat, würde aber einen auf barfüßiges Fahren gestützten Bußgeldbescheid sofort und ohne weiteres aufheben. Grund: ich halte Barfußfahren erstens für ungefährlich, sehe zweitens keine Rechtsgrundlage, auf die sich eine Ordnungswidrigkeit stützen würde und fahre drittens selber regelmäßig barfuß Auto (und Fahrrad) ohne das Gefühl zu haben, ich gefährdete damit den Straßenverkehr. Damit ist es (wie wir es nennen) &quot;gerichtsbekannt&quot;, dass barfüßiges Autofahren unbedenklich ist. Und damit ist es (zumindest in meinem Amtsgerichtsbezirk) auch erlaubt. Basta.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Das siehst Du so, weil Du selber gerne barfuss gehst und Auto fährst und beziehst Dich ja auch ausdrücklich nur auf &quot;Deinen&quot; Gerichtsbezirk. Aber sieht das der Amtsrichter im Nachbarbezirk auch so? Vielleicht, weil er Dich kennt und schätzt. Oder er kann Dich nicht leiden und ist aus Prinzip anderer Meinung? Was ist mit dem stockkonservativen älteren Richterkollegen, der vielleicht drei Bezirke weiter judiziert?</p>
</blockquote><p>Die persönliche Vorliebe von Ludwig E. für barfüßiges Autofahren hat in der schriftlichen Urteilsbegründung nichts zu suchen und kann mündlich allenfalls beiläufig (!) erwähnt werden, während die Einschätzung des barfüßigen Autofahrens als ungefährlich bereits schwerer wiegt (die gegenteilige Ansicht dürfte auch viel schwieriger zu begründen sein), aber daß es keine Rechtsgrundlage dafür gibt, barfüßiges Autofahren als ordnungswidrig anzusehen, ist unabweislich und über alle persönlichen Vorlieben erhaben. Jeder Versuch, eine solche aus § 23 Abs. 1 StVO herzuleiten (besagte Norm habe ich bereits weiter oben zitiert und andere kommen erst recht nicht in Frage), ist an den Haaren herbeigezogen und kann daher vor einer rechtlichen Überprüfung keinen Bestand haben. Ich habe es gar nicht selten erlebt, daß Richter pflichtgemäß nach Recht und Gesetz geurteilt haben, obwohl sie persönlich anderer Ansicht waren und das auch nicht verhehlten, aber die Richter sind eben gemäß Art. 97 Abs. 1 GG dem Gesetze unterworfen.</p>
<blockquote><blockquote><p>2. Barfuß im Gerichtsaal<br />
Ich lege schon Wert darauf, dass im Gerichtssaal eine gewisse Ordnung herrscht und ziehe, was Kleidung und Auftreten angeht, Grenzen. Ich selbst trage an Sitzungstagen ja schließlich auch Robe weißes Hemd, dunkle Hose und Halbschuhe. Barfuß, Sandalen, Jeans kämen für mich persönlich aus Respekt vor der Sache nicht in die Tüte - wenn ich Leute in den Knast schicke oder ihnen den Führerschein abnehme, finde ich es unangemessen, dies ganz locker in Shorts und Badelatschen zu tun.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Vollkommen richtig und lobenswert (sehen allerdings auch nicht alle Deine Kollegen so), wobei sich auch hier schon die Frage der Maßstäbe stellt. Du sagst, schon Jeans sind nicht okay. Andere würden vielleicht sagen, zu Beginn des 21. Jahrhunderts kann man problemlos zu weißem Hemd, Krawatte und Jackett auch Jeans tragen, ohne dass das dem Respekt vor irgendeiner Sache abträglich wäre. Wieder andere würden vielleicht aber noch weiter gehen und sogar den dunklen Anzug für unverzichtbar und bereits eine Business-Kombination für unangebracht halten.</p>
</blockquote><p>Da die Richter die schwarze Robe tragen und während der Verhandlung hinter der &quot;Theke&quot; sitzen, kann man sowieso die meiste Zeit nicht sehen, was sie untenrum anhaben (obenrum tragen die Herren unter der Robe ein weißes Hemd mit weißer Krawatte und die Damen eine weiße Bluse), aber ich habe durchaus schon Richter in Jeans oder sokkenlos (allerdings nicht barfuß) und im Sommer 2003 auch eine Richterin (Familienrichterin, nicht Strafrichterin) in Flipflops gesehen.</p>
<blockquote><blockquote><p>Entsprechend erwarte auch von den unmittelbar Beteiligten zumindest das Bemühen um in Minimum an Form. Genau gesagt: Auf die Zuschauer achte ich relativ wenig, bei Anwälten, Angeklagten und Zeugen gibt es die klare Anweisung: Mütze ab, Kaugummi raus und Telefon aus. Was Kleidung betrifft, hatte ich allerdings(abgesehen von Mützen, die auf meinen Hinweis auch immer brav abgenommen werden) eigentlich noch nie Probleme, aber ich würde mal sagen: Nackte Oberkörper würde ich keinesfalls tolerieren, extrem kurze Hosen würde ich zumindest rüffeln, aber trotzdem hinnehmen (man will den Termin ja irgendwie auch zum Ende bringen), nackte Füße in Sandalen sind bei Zeugen und Angeklagten sowieso allgemein üblich und bei Anwälten (zumindest Anwältinnen - scheint eher ein Frauenphänomen zu sein) eigentlich auch.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Du legst offensichtlich Wert darauf, dass die Verfahrensbeteiligten die Mützen abnehmen. Kollegen von Dir wäre das vielleicht egal, aber sie würden sehr wohl feste Schuhe erwarten.</p>
</blockquote><p>Ich finde, daß es an der &quot;Sitzungspolizei&quot;, wie Ludwig E. sie schildert (Mütze runter, kein freier Oberkörper, scharfer Rüffel für kurze Hosen, barfuß ohne Beanstandung) nichts auszusetzen gibt. Mir gefällt das so.</p>
<blockquote><blockquote><p>Barfuß kam tatsächich noch nie vor, aber damit hätte ich nicht das geringste Problem. Es kommt doch auf den Gesamteindruck an: Wenn ein Zeuge in Badekleidung und mit Schuhen erscheint, würde mich das eher stören, als wenn er eine lange Hose trägt und dafür keine Schuhe.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Und wer entscheidet über den Gesamteindruck? Was für Dich noch okay ist, ist es für den konservativen älteren Kollegen vielleicht schon lange nicht mehr.</p>
</blockquote><p>Das ist eben das Risiko, das jemand, der barfuß im Gerichtssaal erscheint, tragen müßte. Andererseits muß sich ein Richter auch überlegen, daß er den Termin (und damit auch die Sache) zu Ende bzw. voranbringen will und daß es gegen Maßnahmen nach § 178 GVG, sofern sie nicht vom Bundesgerichtshof oder einem Oberlandesgericht verhängt werden, die Möglichkeit der Beschwerde durch die Betroffenen gibt.</p>
<blockquote><blockquote><p>III. Im Gerichtsgebäude allgemein<br />
Außerhalb des Gerichtsaals ist es relativ locker: Meine Geschäftsstellenbeamten (Sekretariat) latschen mir regelmäßig barfuß durchs Büro, was ich an heißen Sommertagen nur voll unterstützen kann, und von meinen Referendaren bin ich zu meiner Belustigung schon gefragt worden, ob ich Sandalen erlauben würde - was ich mit der Bemerkung quittiert habe, dass sie gerne barfuß in die Sitzung kommen dürfen, solange sie ein weißes Hemd/Bluse tragen.</p>
</blockquote></blockquote><blockquote><p><br />
Bei unseren Gerichten wäre (je nach Ausbilder) die Hemdfarbe der Referendare ziemlich egal, aber barfuss würde bestimmt nicht toleriert.</p>
</blockquote><p>Zu meiner Referendarzeit war barfuß im Gerichtssaal undenkbar, aber Sokkenlosigkeit wurde im Sommer (im Winter trug ich damals vorsichtshalber doch lieber Sokken) nicht beanstandet.</p>
<blockquote><p>Fazit: Eine allgemeingültige Linie über die Gerichtsbezirke hinweg gibt es zum Thema Barfuss wahrscheinlich genauso wenig, wie zu allen anderen Themen und es wäre weltfremd anzunehmen, dass die persönlichen Moralvorstellungen eines Richters seine Auslegung des Rechts und seine Verhandlungsführung nicht prägen würden.</p>
</blockquote><p>Das ist gewiß so und sollte auch allgemein beherzigt werden, aber ein anderes Ergebnis als die Aufhebung eines wegen barfüßigen Autofahrens ergangenen Bußgeldbescheides halte ich rechtlich für gar nicht vertretbar.</p>
<blockquote><p>Im übrigen freue ich mich, dass außer drei Anwälten nun auch ein sehr sympathisch und kompetent rüberkommender Richter im Forum schreibt und hoffe, demnächst noch mehr von Dir zu lesen.</p>
</blockquote><p>Dem schließe ich mich an.</p>
<p>Barfüßige Frühlingsgrüße,<br />
Markus U.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265879</link>
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<pubDate>Thu, 15 Mar 2007 23:57:02 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Markus U.</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Bitte TV-Gerichtsshows nicht mit der Realität verwechseln... (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>... denn damit haben sie höchst wenig gemein, auch wenn so getan wird, als würden echte Fälle nachgespielt.</p>
<p>Mehr will ich dazu hier nicht sagen, da OT. Was in TV-Gerichtsshows eigentlich abgeht, wäre vielleicht ein spannendes Thema für das geplante neue OT-Forum...</p>
<p>Liebe Grüße<br />
Oliver S.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265870</link>
<guid>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265870</guid>
<pubDate>Thu, 15 Mar 2007 14:44:00 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Oliver S.</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Auch Richter sind nur Menschen mit individuellen Meinungen (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Zum erscheinen vor Gericht möcht ich nur sagen:<br />
Wenn man sich die einschlägigen &quot;Gerichts-Shows&quot; am Mittag mal ansieht und das Auftreten und Verhalten der dort geladenen Angeklagten und Zeugen beachtet, hab ich wegen eines Barfüßigen Auftritts vor Gericht keinerlei Bedenken. Die Richter dort zeigen auch das sie es trotzdem schaffen Recht zu sprechen wo Recht gesprochen werden muß, ohne die Menschen nur nach ihrem Auftreten zu beurteilen.<br />
Denn Wahrheit bleibt Wahrheit, egal wie man sie verpackt.<br />
Manchmal denk ich echt den Leuten fehlt&#039;s an Selbstvertrauen.<br />
Klar in manchen Situationen sollte man aus Pietätsgründen auf sein Recht auf Freiheit verzichten, aber ein Gang zum Gericht gehört für mich nicht dazu (bei ner Beerdigung wär das z.B. anders, obwohl ich auch dort schon ohne Schuh aufgetaucht bin)</p>
<p>Gruß Engel</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265856</link>
<guid>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265856</guid>
<pubDate>Thu, 15 Mar 2007 13:21:00 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Engel</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Das diskutieren wir besser per E-Mail weiter... (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>... denn mit BF hat das dann wirklich nichts mehr zu tun.</p>
<p>Wenn Dich das Thema interessiert, mail mich gerne dazu an.</p>
<p>Liebe Grüße<br />
Oliver S.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265855</link>
<guid>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265855</guid>
<pubDate>Thu, 15 Mar 2007 13:21:00 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Oliver S.</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Auch Richter sind nur Menschen mit individuellen Meinungen (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Hallo miteinander, hallo Ludwig,<br />
Ich denke, dass es hier keine deutschlandweit einheitliche Linie aller Richter gibt. Als Anwalt erlebe ich schon tagtäglich, dass innerhalb ein und desselben Gerichts der eine Richter eine bestimmte Frage so, ein anderer ganz anders entscheidet. Und gerade, was Gepflogenheiten vor Gericht angeht, erlebe ich, je weiter ich mich vom Heimatgericht entferne, umso stärker, dass das, was in unserem Gerichtsbezirk gang und gäbe ist, an anderen Gerichten völlig anders gesehen und gehandhabt wird.</p>
</blockquote><p>Was hat aber dann das Ganze überhaupt noch mit Recht zu tun ???<br />
Meiner Ansicht nach muss doch Recht klar definiert sein, sonst könnte man gleich einen Computer mit Zufallsgenerator &quot;Recht&quot; sprechen lassen...<br />
Es kann doch nicht sein, dass HINTERHER entschieden wird was rechtens ist, gar ohne die Sicherheit dass nicht bei der nächsten Gelegenheit an anderer Stelle wieder etwas ganz anderes gilt (je nach der jeweiligen Weltanschauung des Richters.<br />
Und wenn etwas unklar ist, dann muss es eben zu meinen Gunsten ausgelegt werden !</p>
<p>Und zum Erscheinen bei Gericht: Ich denke, wenn ich darlegen kann, dass ich seit Jahren barfüssig lebe, dann dürfte auch klar sein, dass das in keiner Weise eine Missachtung oder gar Verächtlichmachung des Gerichts sein soll.<br />
Mal rein theoretisch die Frage: Wenn ich als Zeuge geladen bin und barfüssig erscheine, dabei Anstoss seitens des Richters errege und nun vorbringe dass ich gar keine Schuhe (mehr) besitze - dürfte ich mir dann eigens für die Verhandlung auf Staatskosten welche kaufen ? Schliesslich kann niemand von mir verlangen, dass ich mir allein für diesen Auftritt welche anschaffe !<br />
BF-Grüsse<br />
Manfred</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265851</link>
<guid>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265851</guid>
<pubDate>Thu, 15 Mar 2007 12:43:44 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Manfred (Ten)</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Auch Richter sind nur Menschen mit individuellen Meinungen (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo miteinander, hallo Ludwig,</p>
<p>Ich denke, dass es hier keine deutschlandweit einheitliche Linie aller Richter gibt. Als Anwalt erlebe ich schon tagtäglich, dass innerhalb ein und desselben Gerichts der eine Richter eine bestimmte Frage so, ein anderer ganz anders entscheidet. Und gerade, was Gepflogenheiten vor Gericht angeht, erlebe ich, je weiter ich mich vom Heimatgericht entferne, umso stärker, dass das, was in unserem Gerichtsbezirk gang und gäbe ist, an anderen Gerichten völlig anders gesehen und gehandhabt wird.</p>
<p>Kurz zu den angesprochenen Punkten:</p>
<blockquote><p>I. Barfuß Autofahren:<br />
Ich hatte noch nie über einen Bußgeldbscheid zu entscheiden, bei dem jemand wegen barfüßigen Autofahrens belangt wurde. Zwar habe ich das Thema nicht so gründlich recherchiert wie es dankenswerterweise Markus U. getan hat, würde aber einen auf barfüßiges Fahren gestützten Bußgeldbescheid sofort und ohne weiteres aufheben. Grund: ich halte Barfußfahren erstens für ungefährlich, sehe zweitens keine Rechtsgrundlage, auf die sich eine Ordnungswidrigkeit stützen würde und fahre drittens selber regelmäßig barfuß Auto (und Fahrrad) ohne das Gefühl zu haben, ich gefährdete damit den Straßenverkehr. Damit ist es (wie wir es nennen) &quot;gerichtsbekannt&quot;, dass barfüßiges Autofahren unbedenklich ist. Und damit ist es (zumindest in meinem Amtsgerichtsbezirk) auch erlaubt. Basta.</p>
</blockquote><p>Das siehst Du so, weil Du selber gerne barfuss gehst und Auto fährst und beziehst Dich ja auch ausdrücklich nur auf &quot;Deinen&quot; Gerichtsbezirk. Aber sieht das der Amtsrichter im Nachbarbezirk auch so? Vielleicht, weil er Dich kennt und schätzt. Oder er kann Dich nicht leiden und ist aus Prinzip anderer Meinung? Was ist mit dem stockkonservativen älteren Richterkollegen, der vielleicht drei Bezirke weiter judiziert?</p>
<blockquote><p>2. Barfuß im Gerichtsaal<br />
Ich lege schon Wert darauf, dass im Gerichtssaal eine gewisse Ordnung herrscht und ziehe, was Kleidung und Auftreten angeht, Grenzen. Ich selbst trage an Sitzungstagen ja schließlich auch Robe weißes Hemd, dunkle Hose und Halbschuhe. Barfuß, Sandalen, Jeans kämen für mich persönlich aus Respekt vor der Sache nicht in die Tüte - wenn ich Leute in den Knast schicke oder ihnen den Führerschein abnehme, finde ich es unangemessen, dies ganz locker in Shorts und Badelatschen zu tun.</p>
</blockquote><p>Vollkommen richtig und lobenswert (sehen allerdings auch nicht alle Deine Kollegen so), wobei sich auch hier schon die Frage der Maßstäbe stellt. Du sagst, schon Jeans sind nicht okay. Andere würden vielleicht sagen, zu Beginn des 21. Jahrhunderts kann man problemlos zu weißem Hemd, Krawatte und Jackett auch Jeans tragen, ohne dass das dem Respekt vor irgendeiner Sache abträglich wäre. Wieder andere würden vielleicht aber noch weiter gehen und sogar den dunklen Anzug für unverzichtbar und bereits eine Business-Kombination für unangebracht halten.</p>
<blockquote><p>Entsprechend erwarte auch von den unmittelbar Beteiligten zumindest das Bemühen um in Minimum an Form. Genau gesagt: Auf die Zuschauer achte ich relativ wenig, bei Anwälten, Angeklagten und Zeugen gibt es die klare Anweisung: Mütze ab, Kaugummi raus und Telefon aus. Was Kleidung betrifft, hatte ich allerdings(abgesehen von Mützen, die auf meinen Hinweis auch immer brav abgenommen werden) eigentlich noch nie Probleme, aber ich würde mal sagen: Nackte Oberkörper würde ich keinesfalls tolerieren, extrem kurze Hosen würde ich zumindest rüffeln, aber trotzdem hinnehmen (man will den Termin ja irgendwie auch zum Ende bringen), nackte Füße in Sandalen sind bei Zeugen und Angeklagten sowieso allgemein üblich und bei Anwälten (zumindest Anwältinnen - scheint eher ein Frauenphänomen zu sein) eigentlich auch.</p>
</blockquote><p>Du legst offensichtlich Wert darauf, dass die Verfahrensbeteiligten die Mützen abnehmen. Kollegen von Dir wäre das vielleicht egal, aber sie würden sehr wohl feste Schuhe erwarten.</p>
<blockquote><p>Barfuß kam tatsächich noch nie vor, aber damit hätte ich nicht das geringste Problem. Es kommt doch auf den Gesamteindruck an: Wenn ein Zeuge in Badekleidung und mit Schuhen erscheint, würde mich das eher stören, als wenn er eine lange Hose trägt und dafür keine Schuhe.</p>
</blockquote><p>Und wer entscheidet über den Gesamteindruck? Was für Dich noch okay ist, ist es für den konservativen älteren Kollegen vielleicht schon lange nicht mehr.</p>
<blockquote><p>Aber wie gesagt: Angesichts von randalierenden oder betrunkenen Angeklagten und anstrengenden Konfliktverteidigern (sorry, Markus)hat man in der Regel wirklich andere Sorgen, als sich noch Gedanken über das Schuhwerk zu machen.</p>
</blockquote><p>Das kann ich ohne weiteres nachvollziehen. Zum Thema Konfliktverteidigung hätte ich zwar einiges zu sagen, aber das gehört nun wirklich nicht in ein BF-Forum. Falls es Dich interessiert, kannst Du mich gerne anmailen.</p>
<blockquote><p>III. Im Gerichtsgebäude allgemein<br />
Außerhalb des Gerichtsaals ist es relativ locker: Meine Geschäftsstellenbeamten (Sekretariat) latschen mir regelmäßig barfuß durchs Büro, was ich an heißen Sommertagen nur voll unterstützen kann, und von meinen Referendaren bin ich zu meiner Belustigung schon gefragt worden, ob ich Sandalen erlauben würde - was ich mit der Bemerkung quittiert habe, dass sie gerne barfuß in die Sitzung kommen dürfen, solange sie ein weißes Hemd/Bluse tragen.</p>
</blockquote><p>Bei unseren Gerichten wäre (je nach Ausbilder) die Hemdfarbe der Referendare ziemlich egal, aber barfuss würde bestimmt nicht toleriert.</p>
<blockquote><p>Viele Grüße,<br />
L.</p>
</blockquote><p>Fazit: Eine allgemeingültige Linie über die Gerichtsbezirke hinweg gibt es zum Thema Barfuss wahrscheinlich genauso wenig, wie zu allen anderen Themen und es wäre weltfremd anzunehmen, dass die persönlichen Moralvorstellungen eines Richters seine Auslegung des Rechts und seine Verhandlungsführung nicht prägen würden.</p>
<p>Du, Ludwig, weißt das natürlich, aber da ich angesichts der Antworten den Eindruck habe, dass einige Leser dazu neigen, Deinen Beitrag zu verallgemeinern und nun glauben zu wissen, wie das Thema BF vor allen deutschen Gerichten betrachtet würde, wollte ich das nochmal klarstellen.</p>
<p>Im übrigen freue ich mich, dass außer drei Anwälten nun auch ein sehr sympathisch und kompetent rüberkommender Richter im Forum schreibt und hoffe, demnächst noch mehr von Dir zu lesen.</p>
<p>Liebe Grüße<br />
Oliver S.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265847</link>
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<pubDate>Thu, 15 Mar 2007 11:19:00 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Oliver S.</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Vielen Dank (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Guten Abend!<br />
Auch von meiner Seite aus vielen Dank für die klaren &amp; hochinformativen Worte. Ich darf versichern, als (sofern nicht Winter) praktisch permanenter barfüßiger 4radfahrer verantwortungsbewußt &amp; kooperativ am Straßenverkehr teilzunehmen. Das geht BFig besonders gut, da das unangenehme Feeling der Senk- &amp; Spreizfußpositioniergeräte &amp; dessen Irritation wegfällt. Auf Wunsch liefere ich gerne eine ausführliche Begründung, weshalb man (oder zumindest meiner Vermutung nach wohl so gut wie sämtliche HBF-User) niemals besser fahren kann als so. Vor allem: ohne die drückenden, quetschenden Schuhe wird man auch mehr ein entspannter, gelassener, fehlertoleranter Fahrer.<br />
Freundliche Grüße &amp; Merci fürs wohlwollende Entgegenkommen gegenüber Menschen (hier Gerichtspersonal), die nicht provozieren wollen, sondern einfach gerne barfuß gehen &amp; selbstverständlich genauso wie Beschuhte idealistisch bemüht sind, ihren Job optimal zu verrichten, Jay<br />
(seit 1991 barfuß [mit Wintereinschränkung] unfallfrei gefahren, die vorherigen Beinahe-Schwerstunfälle trugen sich übrigens alle mit Shoes &amp; Socks zu)<br />
--<br />
PS: Hab&#039; mich auch noch nie getraut, BF vor Gericht zu erscheinen.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265832</link>
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<pubDate>Wed, 14 Mar 2007 22:44:01 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Jay</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Als Volljurist im Gerichtsaal (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Sabrina,<br />
ich glaube, es gibt nicht viele Leute, die sich für einen Gerichtstermin extra neue Schuhe kaufen...<br />
Nur ganz kurz zu Deiner Frage (weil sie ja vom eigentlichen Forumthema wegführt): Den Richter kann man sich nicht aussuchen, gerade weil es ja gerecht zugehen soll und man vermeiden möchte, dass man gezielt ein Gericht wählt, bei dem man sich bessere Chancen erhofft. Daher wird jeder am Gericht seines Wohnortes angeklagt und jedes Gericht legt am Anfang des Jahres nach einem komplizierten System fest, welche Fälle welchem einzelnen Richter zugeteilt werden. Meistens kommt es dabei auf den Anfangsbuchstaben des Nachnamens des Angeklagten an und weder der Richter selbst, noch der Angeklagte kann dann im laufenden Jahr Einfluss darauf nehmen, welche Anklage bei welchem Richter landen. Daher ist es ziemlich ausgeschlossen, dass ich bundesweit zum Fachrichter für Barfußläufer und -fahrer werde... aber ich denke schon, dass die meisten Richter in der Sache nicht anders entscheiden würden, als ich gestern dargelegt habe, weil ich die Rechtslage da für ziemlich eindeutig halte. Natürlich kommt es bei jeder Entscheidung auf den Einzelfall an, aber wir arbeiten ja alle nach den gleichen Gesetzen und versuchen natürlich, die Rechtsprechung möglichst einheitlich und berechenbar zu gestalten.<br />
Viele Grüße,<br />
Ludwig</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265826</link>
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<pubDate>Wed, 14 Mar 2007 18:35:00 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Ludwig E.</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Als Volljurist im Gerichtsaal (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Ludwig E.,</p>
<p>danke für Deinen klärenden Beitrag, denn spätestens jetzt wissen wir alle, daß barfuß Autofahren erlaubt ist und man unbedingt gegen einen Bußgeldbescheid, wenn man ihn deswegen kriegt, was machen sollte.<br />
Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie was mit dem Gericht zu tun gehabt und möchte dort niemals hinmüssen, aber barfuß würde ich mich auf keinen Fall hintrauen. Für das Gericht würde ich mir sogar eigens geschlossene Schuhe und vielleicht sogar Socken kaufen und vermutlich vor Angst vergehen (vor dem Gericht, nicht vor dem Kauf von Schuhen und Socken). Kann man sich eigentlich den Richter aussuchen, und in welchem Amtsgericht bist Du tätig? Dann wüßte ich immerhin schon mal, wohin ich mich wenden könnte, falls mein Mann oder ich mal einen Bußgeldbescheid wegen barfuß Autofahren bekommen sollten, vorausgesetzt natürlich, daß es nicht zu weit von Willich (das liegt in der Nähe von Krefeld, Nordrhein- Westfalen) entfernt ist.</p>
<p>Liebe Grüße,<br />
Sabrina</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265811</link>
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<pubDate>Wed, 14 Mar 2007 12:51:00 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Sabrina</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Als Volljurist im Gerichtsaal (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Na das freut mich doch zu hören... Nun habe ich ein weiteres Argument, wenn mit jemand erzählen will, dass barfuss fahren verboten sei.</p>
<p>danke =)</p>
<p>greetz Nobsi..(der im Mai 2.jähriges Dauerbarfüßeln feiert)</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265789</link>
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<pubDate>Tue, 13 Mar 2007 20:38:04 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Nobsi (Schlitz/Kassel)</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Als Volljurist im Gerichtsaal (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Ludwig,</p>
<p>Herzlichen Dank für diese praxisnahe, lebendige und völlig nachvollziehbare Einschätzung!</p>
<p>Grüße<br />
Kai</p>
<p>🏠 <strong><a href="http://www.barfusswandern.de">http://www.barfusswandern.de</a></strong></p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265787</link>
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<pubDate>Tue, 13 Mar 2007 19:24:45 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Kai (Ostfildern)</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Als Volljurist im Gerichtsaal (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Nur ein kurzer Beitrag aus der Praxis zu der Diskussion, was im Gerichtssaal erlaubt ist, was der Richter noch hinnehmen würde und was nicht:<br />
Ich bin Strafrichter, außerdem zuständig für Bußgeldsachen (also hauptsächlich Straßenverkehrsdelikte).</p>
<p>I. Barfuß Autofahren:<br />
Ich hatte noch nie über einen Bußgeldbscheid zu entscheiden, bei dem jemand wegen barfüßigen Autofahrens belangt wurde. Zwar habe ich das Thema nicht so gründlich recherchiert wie es dankenswerterweise Markus U. getan hat, würde aber einen auf barfüßiges Fahren gestützten Bußgeldbescheid sofort und ohne weiteres aufheben. Grund: ich halte Barfußfahren erstens für ungefährlich, sehe zweitens keine Rechtsgrundlage, auf die sich eine Ordnungswidrigkeit stützen würde und fahre drittens selber regelmäßig barfuß Auto (und Fahrrad) ohne das Gefühl zu haben, ich gefährdete damit den Straßenverkehr. Damit ist es (wie wir es nennen) &quot;gerichtsbekannt&quot;, dass barfüßiges Autofahren unbedenklich ist. Und damit ist es (zumindest in meinem Amtsgerichtsbezirk) auch erlaubt. Basta.</p>
<p>2. Barfuß im Gerichtsaal<br />
Ich lege schon Wert darauf, dass im Gerichtssaal eine gewisse Ordnung herrscht und ziehe, was Kleidung und Auftreten angeht, Grenzen. Ich selbst trage an Sitzungstagen ja schließlich auch Robe weißes Hemd, dunkle Hose und Halbschuhe. Barfuß, Sandalen, Jeans kämen für mich persönlich aus Respekt vor der Sache nicht in die Tüte - wenn ich Leute in den Knast schicke oder ihnen den Führerschein abnehme, finde ich es unangemessen, dies ganz locker in Shorts und Badelatschen zu tun. Entsprechend erwarte auch von den unmittelbar Beteiligten zumindest das Bemühen um in Minimum an Form. Genau gesagt: Auf die Zuschauer achte ich relativ wenig, bei Anwälten, Angeklagten und Zeugen gibt es die klare Anweisung: Mütze ab, Kaugummi raus und Telefon aus. Was Kleidung betrifft, hatte ich allerdings(abgesehen von Mützen, die auf meinen Hinweis auch immer brav abgenommen werden) eigentlich noch nie Probleme, aber ich würde mal sagen: Nackte Oberkörper würde ich keinesfalls tolerieren, extrem kurze Hosen würde ich zumindest rüffeln, aber trotzdem hinnehmen (man will den Termin ja irgendwie auch zum Ende bringen), nackte Füße in Sandalen sind bei Zeugen und Angeklagten sowieso allgemein üblich und bei Anwälten (zumindest Anwältinnen - scheint eher ein Frauenphänomen zu sein) eigentlich auch. Barfuß kam tatsächich noch nie vor, aber damit hätte ich nicht das geringste Problem. Es kommt doch auf den Gesamteindruck an: Wenn ein Zeuge in Badekleidung und mit Schuhen erscheint, würde mich das eher stören, als wenn er eine lange Hose trägt und dafür keine Schuhe. Aber wie gesagt: Angesichts von randalierenden oder betrunkenen Angeklagten und anstrengenden Konfliktverteidigern (sorry, Markus)hat man in der Regel wirklich andere Sorgen, als sich noch Gedanken über das Schuhwerk zu machen.</p>
<p>III. Im Gerichtsgebäude allgemein<br />
Außerhalb des Gerichtsaals ist es relativ locker: Meine Geschäftsstellenbeamten (Sekretariat) latschen mir regelmäßig barfuß durchs Büro, was ich an heißen Sommertagen nur voll unterstützen kann, und von meinen Referendaren bin ich zu meiner Belustigung schon gefragt worden, ob ich Sandalen erlauben würde - was ich mit der Bemerkung quittiert habe, dass sie gerne barfuß in die Sitzung kommen dürfen, solange sie ein weißes Hemd/Bluse tragen.</p>
<p>Viele Grüße,<br />
L.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265785</link>
<guid>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265785</guid>
<pubDate>Tue, 13 Mar 2007 19:02:00 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Ludwig E.</dc:creator>
</item>
<item>
<title>ein paar kleine Anmerkungen (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Sabrina,</p>
<p>nachdem der Thread tatsächlich noch läuft, doch noch auch ein paar Anmerkungen meinerseits.</p>
<blockquote><p>Was verstehst Du unter &quot;passendem Wetter und Gelegenheit&quot;?</p>
</blockquote><p>Temperaturen oberhalb von 12 Grad und reine Privatfahrt.</p>
<blockquote><p>Jetzt kann ich aber nur heftig mit dem Kopf schütteln. &#039;nen Anwalt, der wirklich was kann, sollte sich selbst zu helfen wissen. Oder schämst Du Dich etwa, so nach dem Motto &quot;der Richter darf bloß nicht wissen, daß ich barfuß ertappt worden bin&quot;. Da überzeugen mich die Ausführungen von Markus U., der uns allen hier in verständlicher Form erklärt hat, daß barfuß Auto fahren nicht verboten ist (hab&#039; ich selber nicht gewußt - ich habs einfach gemacht), viel mehr. Und wenns nicht verboten ist, dann kann einem auch keiner deswegen was wolen bzw. man kann was dagegen machen. Und außerdem sind die Richter doch zur Verschwiegenheit verpflichtet, nicht?</p>
</blockquote><p>Ein Strafrichter, der auch für Bußgeldsachen zuständig ist, muss im Schnitt pro Arbeitstag etwa 1 Verfahren erledigen. Hört sich nicht so schlimm an, wird aber mit Lesen der Akte, Vorbereitung des Verfahrens, Duchführung der Hauptverhandlung, anschließend Schreiben des Urteils ziemlich eng. Da es auch immer Verfahren gibt, für die ein Tag einfach nicht reicht, müssen andere zwangsläufig schneller erledigt werden. Deswegen sind Richter typischerweise darauf aus, Verfahren (wo es geht!) schnell zu erledigen, um Zeit für die wirklich wichtigen Verfahren zu haben.</p>
<p>Wenn ich also einen solchen Richter mit einem Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid wegen Barfuss-Autofahrens belästige, wird ihn zunächst wenig interessieren, ob das tatsächlich verboten ist oder nicht. Er wird sich schlicht und ergreifend aufregen, dass ich ihn mit meinem &quot;Spleen&quot; belaste. Er wird der Meinung sein, dass wenn ich schon barfuss Autofahren muss, mir das dann auch 50,- € wert sein sollte und ich seine Zeit nicht damit vergeuden soll, dass ich die nicht bezahlen will. Und er wird es seinen Richterkollegen erzählen (die schließlich auch alle zur Verschwiegenheit verpflichtet sind, also untereinander ungeniert tratschen können). Ich würde mich also nicht dadurch lächerlich und bei der Richterschaft unbeliebt machen, dass ich barfuss Auto fahre, sondern dadurch, dass ich über einen solchen &quot;Schmarrn&quot; auch noch prozessieren will.</p>
<blockquote><p>Da gefallen mir aquajeans und Markus U. viel besser, zumindest Markus U. ist ja eigentlich ziemlich locker drauf. Zu so einem steifen Herrn mit fetten Schuhen und Socken, Anzug und Krawatte kann ich halt nur schwer Vertrauen fassen, aber wenn der Anwalt so sympathisch rüberkäme wie Markus U., könnte ich mir echt meinen Kummer von der Seele reden und wüßte die Angelegenheit in guten Händen.</p>
</blockquote><p>Ich hoffe sehr, dass ich nur wegen nach konservativer Ansicht &quot;korrekter&quot; Kleidung im Beruf noch nicht unsympathisch rüberkomme, aber das ließe sich nur im persönlichen Gespräch klären. Anders als Kollege Markus U. trage ich im Übrigen in der Freizeit sogar kurze Hosen. Es ist mir mittlerweile auch egal, ob mir derart ausstaffiert und barfuss beim Waldspaziergang ein Mandant begegnet, weil ich davon ausgehe, dass der mich oft genug im Anzug gesehen hat und weiß, dass ich in einer Verhandlung über sein Anliegen stets &quot;korrekt gekleidet&quot; auftreten werde. Genau das erwartet er aber auch! Ich vertrete nun mal nicht unbedingt die kleinen Leute (von denen übrigens auch viele von ihrem Anwalt Anzug und Krawatte erwarten, damit sie sich und ihr Anliegen ernst genommen fühlen!), sondern Wirtschaftsunternehmen und Unternehmer mit regional bedingt eher konservativer Einstellung, die mich nunmal - berechtigt oder nicht - zunächst an meinem Äußeren messen.</p>
<blockquote><p>Bisher hatte ich aber noch keinen Anwalt nötig, und ich hoffe, daß das auch so bleibt.</p>
</blockquote><p>Die Lebenssituation, in der man einen Anwalt braucht, ist fast immer unangenehm, so dass ich jedem von Herzen wünsche, dass er nie in eine solche kommt - auch wenn ich davon lebe.</p>
<blockquote><p>Liebe Grüße und nix für ungut,<br />
Sabrina</p>
</blockquote><p>Gleichfalls<br />
Oliver S.</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265725</link>
<guid>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265725</guid>
<pubDate>Mon, 12 Mar 2007 18:18:00 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Oliver S.</dc:creator>
</item>
<item>
<title>ein paar kleine Anmerkungen (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Liebe Sabrina,<br />
fährst Du denn oft barfuss Auto und was magst Du daran ? Was für ein Auto fährst Du ?<br />
LG Martin</p>
</blockquote><p>Hallo Martin,</p>
<p>da wir nur ein Auto haben und mein Mann es braucht, um zur Arbeit zu fahren, habe ich es nicht oft zur Verfügung, aber wenn ich am Wochenende mal eine Freundin besuchen will oder so, dann kann ich es natürlich haben, und wenn wir am Wochenende mal eine längere Tour machen (das vergangene Wochenende haben wir in Noordwijk an der holländischen Nordseeküste verbracht), dann wechseln wir uns beim Fahren ab. Da ich ab 2004 angefangen habe, so selten wie möglich Schuhe zu tragen und meist barfuß zu gehen, bin ich auch zum barfüßigen Autofahren übergegangen, denn wieso sollte ich mir eigens zum Autofahren Schuhe anziehen? Barfuß hat man ein viel besseres Gefühl für den Wagen als mit Schuhen, und auch mein Mann fährt, seit er das bemerkt hat, meistens barfuß; er zieht sich die Schuhe im Auto aus (Socken trägt er keine). Wir fahren übrigens einen Ford Fiesta, denn damit kommen wir überall hin, und mein Mann hatte, um mir zu imponieren, keinen großen Wagen nötig.</p>
<p>Liebe Grüße,<br />
Sabrina</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265716</link>
<guid>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265716</guid>
<pubDate>Mon, 12 Mar 2007 11:15:00 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Sabrina</dc:creator>
</item>
<item>
<title>ein paar kleine Anmerkungen (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Da überzeugen mich die Ausführungen von Markus U., der uns allen hier in verständlicher Form erklärt hat, daß barfuß Auto fahren nicht verboten ist (hab&#039; ich selber nicht gewußt - ich habs einfach gemacht), viel mehr.</p>
<p>Liebe Sabrina,</p>
<p>fährst Du denn oft barfuss Auto und was magst Du daran ? Was für ein Auto fährst Du ?</p>
<p>LG Martin</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265659</link>
<guid>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994265659</guid>
<pubDate>Sat, 10 Mar 2007 05:34:00 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Martin</dc:creator>
</item>
</channel>
</rss>
