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<title>Hobby? Barfuß! auf Parsimony - Barfuß und Geschäfte - Zusammenstellung</title>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/</link>
<description>Archiv</description>
<language>de</language>
<item>
<title>Barfuß und Geschäfte - Zusammenstellung</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo zusammen, <br />
ich habe vor einigen Tagen einmal einige besonders aussagekräftige Postings zum o.g. Thema zusammengestellt. Irgendwann landet das auch mal im &quot;Best of&quot; - bis dahin sei es hier schon einmal publiziert. <br />
Georg</p>
<p>--</p>
<p><span style="color:blue;">Von: barefoot - Heino <br />
Pickbrenner </span></p>
<p><span style="color:blue;">Gesendet: Mittwoch, 30. August 2006 08:31 </span></p>
<p><span style="color:blue;">An: Hamburg@saturn.de </span></p>
<p><span style="color:blue;">Betreff: Kleine Anfrage an die Geschäftsführung </span></p>
<p><span style="color:blue;">Liebe Saturn-Crew, sehr geehrter Herr ..., </span></p>
<p><span style="color:blue;">gestern habe ich nach wohlverdientem Feierabend, wie schon so oft, ihre Filiale <br />
in Hamburg besucht, um mir eine CD zu kaufen. Als lang- und ganzjähriger, sehr <br />
konsequenter Barfüßer hatte ich in all den Jahren nie Probleme in ihrem Markt. <br />
Auch fielen Beratungen ihrer Verkäufer, sei es bei kleineren oder größeren <br />
Anschaffungen, ungeachtet meiner Schuhlosigkeit, stets souverän und adäquat <br />
professionell aus. Zu meiner großen Überraschung wurde ich gestern von einem jüngeren <br />
Sicherheitsmitarbeiter ihres Hauses auf der Rolltreppe dahingehend angesprochen, <br />
dass ich bitte Schuhe anziehen solle. Als ich dies verneinte, geleitet durch die <br />
Tatsache, dass ich keine Schuhe habe und somit auch nicht mit mir führe, wurde <br />
ich aufgefordert den Markt zu verlassen. Das Auftreten ihrer Kraft war in der <br />
Form tadellos. Ich konnte mich mit ihrem engagierten Sicherheitsmann dahingehend <br />
einigen, dass ich vorab ein CD erwerbe und dann den Markt umgehend verlasse. Ein <br />
schales Gefühl blieb mir, zumal ich eigentlich auch im Bereich der <br />
Konsumelektronik, wir planen in der Vorweihnachtszeit die Anschaffung eines <br />
recht großen TV-Gerätes, ein wenig bummeln wollte. </span></p>
<p><span style="color:blue;">Das Risiko von möglichen Fußverletzungen kann meines Erachtens als <br />
Argumentation gegen Barfüßigkeit kaum herhalten, da man geleitet von diese <br />
Sorge, auch alle dünnsohligen Schuhe, Schuhe mit Pfennigabsätzen und zum <br />
Beispiel Sandalen aller Art des Hauses verweisen müsste Der <br />
&quot;Sicherheitswert&quot; derartiger Schuhe dürfte partiell sogar noch <br />
niedriger sein, als die von Barfüßigkeit ausgehenden Gefahren. Setzte man die <br />
Sorge um die Kunden konsequent um, diese könnten sich ja auch ungewollt mit <br />
einem Schal an der Rolltreppe strangulieren, bliebe nur noch die Verlagerung des <br />
Geschäftsverkehrs auf eine Internetplattform a la &quot;amazon&quot;. Da ich <br />
hoffe, auch von meiner restlichen Erscheinung nicht ein Bild der Verwahrlosung <br />
abgegeben zu haben, bin ich ob des Hausverweises um so ratloser. </span></p>
<p><span style="color:blue;">Kurzum meine Frage, darf ich noch bei Ihnen einkaufen, barfüßig - selbstverständlich, <br />
oder wären Sie dankbar, wenn ich ihren Markt fortan meide? </span></p>
<p><span style="color:blue;">Barfüßige Grüße und einen guten Start in den Tag </span></p>
<p><span style="color:blue;">Heino Pickbrenner</span></p>
<p><br />
<span style="color:blue;">Sehr geehrter Herr <br />
Pickbrenner, </span></p>
<p><span style="color:blue;">vielen Dank für Ihre Mail. </span></p>
<p><span style="color:blue;">An dieser Stelle möchte ich mich bereits für Ihre Kritik bedanken. </span></p>
<p><span style="color:blue;">Wenn unsere Kunden uns auf unangenehme Erlebnisse aufmerksam machen, haben wir <br />
eine Chance, Dinge besser zu machen. Natürlich können Sie gerne weiterhin barfüßig <br />
bei uns einkaufen. Es hat in unserem Haus bisher keinerlei Regelungen oder <br />
Anweisungen gegeben, die nur Kunden mit Schuhwerk das Betreten unseres Marktes <br />
erlauben. Auch in Zukunft wird es diese Regelungen nicht geben. Wir haben den <br />
betreffenden Mitarbeiter ausfindig gemacht. Sicherheitsbedenken haben den <br />
Kollegen zu seiner Aktivität animiert. Unser Personal ist aufgrund Ihrer Mail <br />
informiert worden, das es die freie Entscheidung des Kunden ist, mit oder ohne <br />
Schuhe unseren Laden zu betreten. Wir freuen uns, Sie auch weiterhin barfüßig <br />
in unserem Saturn beraten und bedienen zu können. Für die entstandenen <br />
Unannehmlichkeiten möchte ich mich bei Ihnen in aller Form entschuldigen. </span></p>
<p><span style="color:blue;">Mit freundlichen Grüßen </span></p>
<p><span style="color:blue;">... </span></p>
<p><span style="color:blue;">Vertriebsleiter </span></p>
<p><span style="color:blue;">Saturn Hamburg </span></p>
<p><span style="color:blue;">Mönckebergstrasse 1 </span></p>
<p><span style="color:blue;"></span></p>
<p><span style="color:blue;">Eine grandiose Mail. Rechtschreibung, Stil, Grammatik und natürlich der trotz <br />
des Rauswurfs positiv rüberkommende Text an die Geschäftsleitung. Da kann ja <br />
keine andere Antwort kommen. Einfach Klasse. </span></p>
<p><span style="color:blue;">Gruß Berni(N)</span></p>
<p><br />
<span style="color:blue;">Hallo Heino, </span></p>
<p><span style="color:blue;">Glückwunsch zu dem Brief und der erzielten Reaktion. Ich glaube, dass es sich <br />
bei Wachleuten oder Bahnschaffnern ähnlich verhält, wie bei anderen Menschen, <br />
die eine Negativeinstellung bezüglich des Barfußlaufens haben. Es ist <br />
vielleicht nicht ihre Dienstauffassung, die sie zu derartigen Reaktionen <br />
verleitet, sondern vielleicht nur die innere Einstellung oder die Ansicht, die <br />
sie von Mutti mit auf den Weg bekommen haben. </span></p>
<p><span style="color:blue;">Gruß aus Nordenham, Descalzar </span></p>
<p><br />
<span style="color:blue;"> Den Brief hast Du ja wirklich schön formuliert. War auch schon oft barfuß im <br />
Saturn Altwarmbüchen (bei Hannover) und habe dort noch keine negativen <br />
Erfahrungen gemacht. Security-Leute waren da allerdings auch noch nie und eine <br />
Rolltreppe gibt es da auch nicht (nur ein Rollband). Vermutlich hat der <br />
Security-Mann ja nur Angst vor Regressansprüchen gehabt, wenn bei der Benutzung <br />
der Rolltreppe was passiert. Hier hat doch auch schon mal jemand gepostet, dass <br />
er ein Schild mit durchgestrichenen Barfüßen vor einer Rolltreppe gesehen hat, <br />
und ganz ungefährlich ist das ja auch nicht (was mich bisher aber nicht davon <br />
abgehalten hat es auch mal gelegentlich zu machen). Notfalls kann man ja auch <br />
alternativ Treppe oder Aufzug benutzen, falls sich die Security ganz <br />
unnachgiebig erwiesen hätte. Trotzdem finde ich es schön dass sich SATURN so <br />
positiv dazu geäußert hat. In einem SATURN-Markt habe ich subjektiv auch ein <br />
sichereres Gefühl, da dort ja keine Glasscherben rumliegen können und auch <br />
keine Kunden mit Einkaufswagen durch den Markt rollen und überall befindet sich <br />
Teppichboden - es ist also fast so, wie wenn man zu Hause barfuß geht, habe <br />
dort auch mal einen barfüßigen Jungen in der CD-Abteilung gesehen (letzten <br />
Sommer). </span></p>
<p><span style="color:blue;">Barfüßige Grüße </span></p>
<p><span style="color:blue;">Rainer L.</span></p>
<p><br />
--</p>
<p><br />
<span style="color:green;">Diesmal Plus </span></p>
<p><span style="color:green;">Hallo, ich hatte schon wieder Ärger mit einem Lebensmittel-Discounter, diesmal <br />
Plus. Was vorfiel, könnt Ihr aus der folgenden Email entnehmen, die ich am <br />
21.8. an Plus geschrieben habe: </span></p>
<p><span style="color:green;">&quot;Guten Tag, </span></p>
<p><span style="color:green;">heute Vormittag war ich in der PLUS-Filiale Bucher Chaussee 57, 13125 Berlin <br />
einkaufen. Meine 3-jährige Tochter hatte bei dem schönen Wetter keine Schuhe <br />
an. Da man bei PLUS leider nicht am Drehkreuz vorbei kommt, ohne das im Wagen <br />
sitzende Kind derweil heraus zu nehmen, ging meine Tochter mir voraus durch das <br />
Drehkreuz. Ich war kaum auf der anderen Seite angekommen, und wollte gerade das <br />
Kind in den Wagen setzen, da sprach mich eine Kassiererin an. Sie wies mich <br />
streng darauf hin, dass Barfußlaufen im Laden verboten wäre, und ich nur <br />
einkaufen dürfe, wenn ich das Mädchen in den Kindersitz des Wagens setze. Ich <br />
erwiderte, dass der strenge Ton gar nicht nötig wäre, da ich schließlich noch <br />
gar keine Gelegenheit hatte, sie hineinzusetzen. Der Sitz war schon aufgeklappt. </span></p>
<p><span style="color:green;">Sie erwiderte, dass sie es schon seltsam genug fände, dass ich das Kind barfuß <br />
laufen lasse. Meine Erwiderung, dass es ja nur unsere Sache wäre, bestätigte <br />
sie. </span></p>
<p><span style="color:green;">Ich überlegt kurz, ob ich wieder gehen soll, und fortan woanders einkaufen <br />
soll, denn ich muss mich nicht so zurechtweisen lassen. Aber ich hatte es eilig, <br />
deshalb kaufte ich doch wie geplant dort ein. </span></p>
<p><span style="color:green;">Nun meine Frage: Gibt es tatsächlich eine Regel bei PLUS, die das Barfußlaufen <br />
verbietet? </span></p>
<p><span style="color:green;">Ich gehe selber gelegentlich draußen barfuß, und habe dann auch keine Schuhe <br />
im Gepäck. Dabei habe ich schon öfters mal in der einen oder anderen Filiale <br />
eingekauft, und wurde nie dabei zurecht gewiesen. Allerdings nicht in der oben <br />
genannten. </span></p>
<p><span style="color:green;">Gilt die Regel nur für die spezielle Filiale? Oder wurde sie etwa nur spontan <br />
aufgestellt? </span></p>
<p><span style="color:green;">Es wäre schon günstig, das zu wissen, damit ich in dem Fall auf andere <br />
Discounter ausweichen kann. Ich habe auch Austausch mit anderen Leuten, die <br />
gerne barfuß laufen. Diese würde es sicher auch interessieren, wenn in einem <br />
Discounter Barfußlauf-Verbot herrscht. </span></p>
<p><span style="color:green;">Mit freundlichen Grüßen, Tanja Röcher&quot; </span></p>
<p><br />
<span style="color:green;">Ich hatte schon ein bisschen <br />
Angst, dass durch meine Anfrage erst ein Barfußverbot erstellt würde. Wie <br />
sollte ich Euch DAS beibringen <img src="https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/images/smilies/wink.png" alt=";-)" />? </span></p>
<p><span style="color:green;">Aber es kam nicht so. Plus war schneller als Lidl. Die Antwort kam am 29. Sie <br />
wollten meine Telefonnummer haben. Gestern rief mich dann die Bereichschefin an. <br />
Sie erklärte mir, dass vor kurzem in jener Filiale ein Kind in eine Scherbe <br />
getreten sei, und dass die Kassiererin wohl in Erinnerung an den Anblick des <br />
Blutes so schroff auf Katharinas Barfüßigkeit reagiert hätte. Sie <br />
entschuldigte sich im Namen der Kollegin und bestätigte mir, dass es die <br />
Kollegin gar nichts anginge, ob und was mein Kind an den Füßen habe. </span></p>
<p><span style="color:green;">Dann stellte ich dann noch mal die Frage, um die es mir eigentlich ging: Ob es <br />
tatsächlich verboten wäre, bei Plus barfuß zu laufen. Sie antwortete mit <br />
einer zögerlichen Stimme, dass es, nun ja, nicht gerade verboten ist. Es wäre <br />
halt gefährlich. Es treten öfters mal Leute in Scherben, gerade im <br />
Kassenbereich, vom Leergut. Außerdem rutschen öfters mal welche aus, wenn was <br />
verschüttet war. Und ich kann ruhig barfuß laufen, sie können aber keine <br />
Haftung dafür übernehmen. Aber ich würde ja sicher gut aufpassen, das ist ja <br />
im Laden auch nicht anders als auf der Straße. </span></p>
<p><span style="color:green;">Obwohl alles, bis auf Letzteres gelogen war, nahm ich ihre Antwort an, und erklärte, <br />
dass es mir im Traum nicht einfallen würde, jemand anders dafür verantwortlich <br />
dafür zu machen, wenn ich nicht aufpassen kann, wo ich hin trete. </span></p>
<p><span style="color:green;">Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es bei Plus vorkommt, <br />
dass Kinder und andere Leute ständig barfuß in Scherben treten und <br />
ausrutschen. Und die Haftung ablehnen können sie auch nicht. Aber das war mir <br />
egal. </span></p>
<p><span style="color:green;">Ich bedankte mich freundlich, und sie sich auch. Und wir hatten wohl beide das <br />
Gefühl, wieder eine unangenehme Beschwerde souverän und erfolgreich <br />
abgearbeitet zu haben. </span></p>
<p><span style="color:green;">Also folglich: bei Plus ist Barfußlaufen generell erlaubt, aber nicht gerne <br />
gesehen. Falls mich mal wieder einer in einer Plus-Filiale aufs Barfußlaufen <br />
anspricht, kann ich jetzt immer sagen: Also, ich habe mit Frau S. darüber <br />
gesprochen, und sie hat es mir erlaubt... </span></p>
<p><span style="color:green;">Mein Herzblatt hat grinsend mit den Augen gerollt. Er meinte, bald habe ich alle <br />
durch. Naja, Extra, Netto und Aldi fehlen noch. Aber die letzten beiden sind für <br />
uns eh uninteressant, da sie kaum Biosachen führen. </span></p>
<p><span style="color:green;">Gruß, Tanja </span></p>
<p><span style="color:green;"></span></p>
<p><span style="color:green;">Hallo Tanja, auch ich finde es richtig, dass Du protestiert hast. Wenn ein <br />
Verbot erst einmal ausgesprochen ist, hat man nicht mehr viel zu verlieren - <br />
abgesehen vom eigenen Aufwand. Da muss man überlegen, ob man diesen investieren <br />
möchte - was davon abhängig sein wird, wie wichtig einem die Sache ist. </span></p>
<p><span style="color:green;">Das Argument mit den Scherben ist von allen (Schein-)Argumenten im Zweifel noch <br />
das stichhaltigste. Scherben dürfen aber in einem Geschäft ohnehin nicht <br />
herumliegen, weil jederzeit jemand - insbesondere kleine Kinder - stolpern und <br />
mit ungeschützten Körperteilen wie Gesicht, Händen etc. hineinfallen könnte. <br />
Insofern erweist sich auch dies als Scheinargument. </span></p>
<p><span style="color:green;">Was auch mir in derartigen Situationen - zum Glück kommen sie ja extrem selten <br />
vor - am meisten aufstößt, ist die offensichtliche Willkür, mit der eigene Maßstäbe <br />
ästhetischer oder sonstewelcher Art zum Maß aller Dinge erhoben werden. Und <br />
das geschieht besonders gern auch in einem reichlich arroganten Ton, was zwar <br />
den Charakter der Betreffenden verdeutlicht, die Sache insgesamt aber gar nicht <br />
besser macht - im Gegenteil. </span></p>
<p><span style="color:green;">Grüße aus Köln </span></p>
<p><span style="color:green;">von Georg, der noch aus keinem Geschäft barfuß &quot;herausgeflogen&quot; ist</span></p>
<p><br />
<span style="color:green;">[<em>auch <br />
ich finde es richtig, dass Du protestiert hast. Wenn ein Verbot erst einmal <br />
ausgesprochen ist, hat man nicht mehr viel zu verlieren - abgesehen vom eigenen <br />
Aufwand</em>] </span></p>
<p><span style="color:green;">Sie hätten mal auf mein Schreiben hin allgemein über das Thema nachdenken können <br />
und beschließen, aus Vorsicht allgemein das Barfußlaufen in den Filialen zu <br />
verbieten. Ich habe ja an die Adresse , die ich auf der Plus-Homepage gefunden <br />
habe geschrieben und mich nicht an die Filiale selber gewandt. Allerdings hielt <br />
ich die Gefahr nicht für allzu groß. Schließlich hat Lidl sich ja auch beeilt <br />
mir zu versichern, dass ich gerne barfuß laufen darf. </span></p>
<p><span style="color:green;">Aber die Antwort hat so geklungen, als ob da allgemein schon mal drüber <br />
nachgedacht wurde. </span></p>
<p><span style="color:green;">[<em>Argument mit den Scherben ... dürfen <br />
aber in einem Geschäft ohnehin nicht herumliegen, weil jederzeit jemand - <br />
insbesondere kleine Kinder - stolpern und mit ungeschützten Körperteilen wie <br />
Gesicht, Händen etc. hineinfallen könnte. Insofern ... Scheinargument.</em>] </span></p>
<p><span style="color:green;">Das werde ich mir fürs nächste Mal merken, wenn mir wieder einer damit kommt. </span></p>
<p><span style="color:green;">[<em>Was ... am meisten aufstößt, ist die <br />
offensichtliche Willkür, mit der eigene Maßstäbe ästhetischer oder <br />
sonstewelcher Art zum Maß aller Dinge erhoben werden. Und das geschieht <br />
besonders gern auch in einem reichlich arroganten Ton</em>] </span></p>
<p><span style="color:green;">Ja, das hat mich eben auch sehr genervt, dass sie so mit mir gesprochen hat und <br />
dass mich so rum kommandiert hat. Und im Nachhinein hat sich ja herausgestellt, <br />
dass sie das Barfußverbot selber erfunden hat. Obwohl mir das ja in dem Moment <br />
eigentlich schon klar war. </span></p>
<p><span style="color:green;">Gruß, Tanja</span></p>
<p><br />
<span style="color:green;">Ich erinnere mich an ein <br />
Gerichtsurteil, wo der Supermarkt haften musste, weil eine Frau auf einem <br />
Salatblatt ausrutschte. In der Urteilsbegründung hieß es unter anderem, dass <br />
das Personal verpflichtet sei, alle 30 Minuten den Boden zu inspizieren und <br />
sauber zu machen. Nur ist das in der Praxis auf Grund der Personalausdünnung völlig <br />
unmöglich. Gerade bei Plus sitzt in der Regel nur eine Person an der Kasse und <br />
sonst gibt es kein Personal. </span></p>
<p><span style="color:green;">Und seit ich einen kleinen Minijob im Getränkemarkt habe, weiß ich auch, wie <br />
schnell da was in Scherben geht und vor allem, dass trotz aller Vorsicht und <br />
Sorgfalt gerade die winzig kleinen Splitterchen, die man kaum sieht, vor allem <br />
bei weißem Glas, liegen bleiben. Außerdem dauert es eine Weile bis die <br />
Gefahren beseitigt sind. Selbst mit meinem geübten Barfüßerblick habe ich <br />
nach dem dritten Mal aufkehren immer noch solche Kleinstteile entdeckt. </span></p>
<p><span style="color:green;">Und ich weiß auch, dass ich zweimal ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen musste, <br />
um solche Kleinstteile aus meinem Fuß zu entfernen. </span></p>
<p><span style="color:green;">Da ich auch schon mehrere Barfüßer, auch Kinder, im Laden beobachtet habe, <br />
wollte ich auch schon meiner Chefin vorschlagen, ein Schild aufzustellen, dass <br />
das barfüßige Betreten auf eigene Gefahr erfolgt. </span></p>
<p><span style="color:green;">Lothar</span></p>
<p><br />
<span style="color:green;">Die Lösung dafür kann aber <br />
nicht sein, dass die Kunden demnächst im Weltraumanzug das Geschäft betreten, <br />
um vor allen Eventualitäten geschützt zu sein. Entweder werden solche Urteile <br />
in Zukunft nicht mehr gefällt - oder der Laden richtet sich darauf ein (was die <br />
Kunden dann freilich an den Preisen merken werden). </span></p>
<p><span style="color:green;">[<em>Da ich auch schon mehrere Barfüßer, <br />
auch Kinder, im Laden beobachtet habe, wollte ich auch schon meiner Chefin <br />
vorschlagen, ein Schild aufzustellen, dass das barfüßige Betreten auf eigene <br />
Gefahr erfolgt.</em>] </span></p>
<p><span style="color:green;">Dagegen ist meines Erachtens auch nichts einzuwenden. </span></p>
<p><span style="color:green;">Außerdem ist die &quot;Gefahrenlage&quot; im Getränkeshop sicher anders <br />
einzuschätzen als in einem Supermarkt. Der Bitte eines Getränkemarkts, Schuhe <br />
anzuziehen, bin ich auch nachgekommen, weil ich das nachvollziehen kann. Danach <br />
habe ich allerdings meinen Getränkelieferanten gewechselt <img src="https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/images/smilies/smile.png" alt=":-)" />) </span></p>
<p><span style="color:green;">Ich habe mich übrigens vorgestern aus Schusseligkeit im Dienst an unserem <br />
Papierschneider geschnitten - mit Handschuhen wäre das natürlich nicht <br />
passiert. Ich werde aber niemanden verklagen - dadurch hat das Hinweisschild, <br />
dass das barhändige Benutzen auf eigene Gefahr geschieht, wohl auch noch etwas <br />
Zeit. </span></p>
<p><span style="color:green;">Serfuß, Georg</span></p>
<p><br />
--</p>
<p><br />
<span style="color:#f00;">Hallo miteinander! </span></p>
<p><span style="color:#f00;">In diesem ach so barfußfreundlichen Herbst passierte mir nun am eigenen Leib <br />
zum ersten Mal seit fast 3 Jahren eine echte Zurückweisung im öffentlichen <br />
Leben wg. Barfuß. In einem METRO-Großmarkt, in dem ich wirklich seit 2 Jahren <br />
immer wieder barfuß einkaufen war, hat man mich am Montag nicht mehr <br />
reingelassen, bevor ich nicht ein Paar Schuhe anziehen würde. Aber lest selber:</span></p>
<p><br />
<span style="color:#f00;">An die Geschäftsleitung </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Metro-Verbrauchermarkt Linden </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Sehr geehrte Damen und Herren! </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Seit vielen Jahren bin ich bei Ihnen Kunde und genieße immer wieder den <br />
entspannten Einkauf der größeren Dimension bei Ihnen im Hause in Linden. <br />
Besonders angenehm empfinde ich dabei Ihr ausgesprochen serviceorientiertes und <br />
freundliches Personal, was mir als Kunden sehr oft eine große Hilfe ist. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Am vergangenen Montag (20.11.2006) wurde ich allerdings Mittelpunkt einer sehr <br />
unerfreulichen Begebenheit in Ihrem Hause. Gegen 19:30 betrat ich Ihren Markt um <br />
einige Informationen zu speziellen Produkten einzuholen und einige wenige <br />
Kleinigkeiten mitzunehmen. Während dieses Einkaufs stieß ich auf Ihr Angebot <br />
an Schwerlastregalen, weshalb ich den Markt durch die Eingangskontrolle noch <br />
einmal verlassen musste, um mir einen Einkaufswagen von draußen zu holen. Diese <br />
Absicht erläuterte ich auch der Mitarbeiterin am Empfang. Nachdem diese mich <br />
nach draußen gelassen hatte, fielen ihr meine unbeschuhten Füße auf und sie <br />
erklärte mir, dass sie mich barfuß nicht mehr in den Markt einlassen könne. <br />
Trotz meiner Hinweise, dass ich </span></p>
<p><span style="color:#f00;">1. seit mehr als 2 Jahren immer wieder barfuß bei Ihnen ohne jegliche <br />
Beanstandung einkaufen war, </span></p>
<p><span style="color:#f00;">2. generell keine Schuhe mehr trage und </span></p>
<p><span style="color:#f00;">3. die Waren meines begonnen Einkaufs noch im Markt seien, und ich gerne diesen <br />
Einkauf abschließen wolle, konnte sie dazu bewegen mich einzulassen. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Erst als ich ein Paar Schuhe aus meinem Auto holte, das ich dort für Notfälle <br />
bei Verkehrsunfällen mit mir führe, konnte ich wieder den Markt betreten. <br />
Meine Bitte, mit der Marktleitung sprechen zu dürfen wurde mir umgehend gewährt <br />
und in einem sehr freundlichen Gespräch erklärte mir Herr J..., dass es tatsächlich <br />
eine Anweisung an die Mitarbeiter gebe, Kunden, die barfuß laufen nicht <br />
einzulassen. Offenbar befürchten Sie als Betreiber des Marktes <br />
haftungsrechtliche Konsequenzen, sollte es während eines Einkaufs zu <br />
Verletzungen kommen. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Ich habe Herrn J... meine Position erläutert und angeboten, eine <br />
Haftungsausschlusserklärung abzugeben, um Sie abzusichern. Er sagte mir eine <br />
wohlwollende Prüfung durch die Betriebsleitung und die Rechtsabteilung zu, bat <br />
mich aber um eine schriftliche Eingabe. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Ich laufe nun seit mehreren Jahren in nahezu allen Situationen des Alltags das <br />
ganze Jahr hindurch barfuß Diese Erfahrung erlaubt es mir sehr gut das <br />
Verletzungs- und oder Unfallrisiko des Barfußlaufens für meine Person <br />
realistisch einzuschätzen. Aus diesem Grund fällt es mir leicht, Sie ausdrücklich <br />
von jedweder Haftung freizustellen für Verletzungen meiner Person, die während <br />
eines Besuches in Ihrem Hause entstehen und ursächlich oder modal mit meiner <br />
Barfüßigkeit zusammenhängen. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Sollten sie mir unter Berufung auf Ihr Hausrecht trotz dieser Erklärung <br />
weiterhin das Betreten des Marktes nur in Schuhen gestatten, müsste ich leider <br />
künftig auf entsprechende Einkäufe verzichten, was mir außerordentlich leid täte. <br />
Andererseits ist das Barfußlaufen inzwischen für mich zu einer so großen <br />
Selbstverständlichkeit geworden, dass ich mich durch eine solche <br />
Reglementierung zu sehr in meiner persönlichen Freiheit eingeengt fühlen würde. <br />
Dies schmälerte den Einkaufsgenuss bei METRO dann doch erheblich. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Gestatten Sie mir auch den Hinweis, dass ich in dieser Zeit aus eigener <br />
Erfahrung berichten kann noch nie eines Einzelhandels- oder Großhandelsgeschäftes <br />
wegen des Nichtgebrauchs von Schuhen verwiesen worden zu sein und aus vielen <br />
Berichten von anderen Barfuß-Gängern in der Bundesrepublik (siehe z. B.: <br />
<a href="http://www.hobby-barfuss.de">www.hobby-barfuss.de</a>) weiß, dass es zwar hin und wieder im Bereich von <br />
Verbrauchermärkten gleichgelagerte Diskussionen gibt, aber bisher keine <br />
Handelsvertretung nach Kenntnis der Umstände auf die Durchsetzung dieser <br />
Hausordnung bestanden hat.</span></p>
<p><br />
<span style="color:#f00;">Ich bin auf die Reaktion <br />
gespannt. Mir lag auf der Zunge (auf der Tastatur) an den letzten Absatz noch <br />
anzufügen, dass ein Präzedenzfall im Metro-Markt sicher im Internet auf öffentliches <br />
Interesse stoßen würde, habe mir aber diese Drohgebärde bewusst verkniffen, <br />
da die persönlichen Gespräche ja SEHR freundlich abliefen. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Barfüßige Grüße, Martin (Giessen)</span></p>
<p><br />
<span style="color:#f00;"> Hi Martin, ausgezeichnet geschrieben, ich sehe nicht die geringste <br />
Verbesserungsmöglichkeit. Zum einen hat man ja immer noch die gute &quot;Geschäftsbeziehung&quot; <br />
hervorgehoben, gleichzeitig auch die Sache mit den <br />
&quot;Verletzungsrisiken&quot; disabled. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Aber: Gib nichts &#039;drauf, wenn Gespräche in &quot;freundlicher Atmosphäre&quot; <br />
verlaufen, sich aber in der Sache nichts bewegt. Natürlich wird man in diesem <br />
Fall die &quot;Gesprächsatmosphäre&quot; nicht vergiften, aber ich werde dann <br />
zwar nicht im geringsten lautstärker, aber zunehmend sachlich-unterkühlt. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Erschreckend ist vor allem: WER hat Anweisung gegeben, BF-Kunden sozusagen als <br />
&quot;nicht geschäftsfähig&quot; einzustufen, indem sie im Extremfall - wie <br />
eine entmündigte Person - den Einkaufswagen mit der Ware stehen zu lassen <br />
haben, sie also gar nicht zahlen &quot;dürfen&quot; und das Geschäft somit <br />
nicht zustande kommt? War es die Marktleitung nur dieser Filiale, z. B. Hr. <br />
J..., oder war dies bereits eine ALLGEMEINE Anweisung von oben, z. B. der <br />
Leitung dieser Marktkette in Deutschland? </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Ich fürchte nur, dass die sich wieder mit dem Verweis auf Haftung bei <br />
Verletzungen und entsprechende Risiken &#039;rauswinden werden (obwohl, wie ich <br />
bereits bei Wiener Hofburg/Schatzkammer ausführte, ein verletzter BF völlig <br />
chancenlos ist, Behandlungskosten/Verdienstausfall/evtl. Schmerzensgeld <br />
einklagen zu wollen, sie also juristisch völligen Mist reden/schreiben) und <br />
nicht zugeben werden, dass das BF-Verbot rein ideologisch motiviert ist. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Dann ist die &quot;Geschäftsbeziehung&quot; ohnehin beendet und man kann oder <br />
wird ihnen den juristischen Unsinn erläuternd und auf das Ideologische resümierend <br />
zurückschreiben. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Es dürfte nicht so ganz einfach sein, der Marktkette ggf. durch die Presse <br />
einen Imageschaden beibringen zu wollen. Weitere Details kann ich hier der Länge <br />
wegen nicht bringen. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Evtl. (da schreiben aber dann am besten noch die wirklichen RAe unter den <br />
Teilnehmern, z. B. Markus U. etwas dazu) hilft folgendes juristische Konstrukt: </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Fragwürdig ist, ob eine Diskriminierung eines BFigen Kunden überhaupt zulässig <br />
ist. Zum einen, weil ein solcher Markt kein Nobelrestaurant oder Kultstätte wie <br />
die Bayreuther Festspiele sind, in denen man aufgrund &quot;gesellschaftlichen <br />
Konsenses&quot; von einem bestimmten Outfit der Besucher &quot;ausgeht&quot;. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Zum anderen gab es vor vielen Jahren einmal einen Prozess, weil der <br />
Skihersteller Bogner sich einfach weigerte, bestimmte Endhändler <br />
(Sportartikelgeschäfte) zu beliefern (ohne dass etwa Anlässe wie Zahlungssäumigkeit <br />
u. dgl. gegeben waren). Bogner wurde total dazu verdonnert, alle zu beliefern, <br />
&quot;Diskriminierung&quot; war nicht zulässig! </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Äußerst besorgte Barfußgrüße, Jay</span></p>
<p><br />
<span style="color:#f00;">[<em>Ich <br />
fürchte nur, dass die sich wieder mit dem Verweis auf Haftung bei Verletzungen <br />
und entsprechende Risiken &#039;rauswinden werden </em>] </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Man kann trotzdem klar und deutlich die Antwort geben, dass einen diese Begründungen <br />
nicht interessieren und dass man als Kunde an keiner weiteren Geschäftsbeziehung <br />
interessiert ist <img src="https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/images/smilies/smile.png" alt=":-)" />) </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Ein Geschäftsmann kann das Hausrecht in Anspruch nehmen oder durch seine <br />
Angestellten ausüben lassen und beliebig viele Kunden aussperren. Er muss halt <br />
mit seinen Umsatzeinbußen klarkommen. Wal-Mart, wo auch öfter Barfüßige <br />
hinauskomplimentiert wurden, kommt in Europa allerdings auf keinen grünen <br />
Zweig. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Die großen Handelskonzerne sind ja mehr oder weniger amerikanische Firmen, oder <br />
sie buhlen verzweifelt um amerikanische Investoren. Doch wenn das auf Kosten der <br />
Kundenfreundlichkeit geht, wird deren Geld in den Sand gesetzt und das mögen <br />
die Aktionäre irgendwie nicht. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Wenn mich so ein Händler wegen Barfußlaufens vor die Türe setzt, ist das <br />
unweigerlich das Ende der Geschäftsbeziehung. Punkt. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Man hat in einer freien Wirtschaft ja seine Alternativen -- und als Kunde <br />
Anspruch auf eine anständige Behandlung! </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Mach&#039;s gut und unbeschuht, Lorenz </span></p>
<p><span style="color:#f00;"></span></p>
<p><span style="color:#f00;">[<em>Wenn mich so ein Händler wegen Barfußlaufens <br />
vor die Türe setzt, ist das unweigerlich das Ende der Geschäftsbeziehung. ... <br />
So mache ich das auch.</em>] </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Ich auch - aber immer mit entsprechend drastischer Bemerkung: </span></p>
<p><span style="color:#f00;">&quot;Wenn es bei Ihnen zu gefährlich ist, muss ich in Zukunft eben woanders <br />
einkaufen gehen!&quot; </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Ist mir das letzte Mal im März auf Gran Canaria passiert - und zwar in einen <br />
vollkommen leeren Supermarkt. Ich habe den (leider nur mit wenigen Sachen gefüllten) <br />
Einkaufskorb vor den Füßen des verdutzten Geschäftsführer stehen gelassen, <br />
nur &quot;!Hay otras tiendas!&quot; (Es gibt andere Läden!) gesagt und den <br />
Laden verlassen. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Gruß, Leo</span></p>
<p><br />
<span style="color:#f00;">Hallo zusammen, </span></p>
<p><span style="color:#f00;">ich würde noch sinngemäß folgenden Hinweis platzieren: das Ende der Geschäftsbeziehung <br />
bedeutet, dass meine Kaufkraft demnächst die Arbeitsplätze des Personals <br />
anderer Geschäfte sichert. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Georg</span></p>
<p><br />
<span style="color:#f00;">Soeben hat mich die <br />
Marktleitung des METRO-Einkaufsmarktes angerufen und mir erklärt, dass es ab <br />
sofort kein Problem für sie mehr sei, wenn ich bei ihnen barfuß einkaufen käme. <br />
Die Mitarbeiter an der Eingangskontrolle wären entsprechend instruiert. </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Man hat aber sehr wohl an der Argumentation des Haftungsrisikos festgehalten und <br />
daher gelte diese Möglichkeit nur für den, der eine entsprechende schriftliche <br />
Haftungsfreistellung einreiche... </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Naja, für mich steht ja auch das vergnügliche Einkaufen im Vordergrund und gar <br />
nicht das missionierende Barfußlaufen <img src="https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/images/smilies/wink.png" alt=";-)" /> </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Bin trotzdem mal auf die nächsten Male gespannt, was es für Reaktionen gibt - <br />
und auf den Tag, wo noch ein Barfüßer rein will: &quot;warum der und nicht <br />
ich???&quot; <img src="https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/images/smilies/wink.png" alt=";-)" /> </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Barfüßige Grüße, Martin </span></p>
<p><br />
<span style="color:#f00;">Prima, das hätte ich nicht <br />
erwartet! Schreib ihnen einfach das &quot;Betreten auf eigene Gefahr&quot;, <br />
scanne ein Lichtbild von dir rein, mache eine Kopie, die du einer evtl. <br />
Eingangskontrolle vorzeigen kannst (die werden ja nicht die Gesichter aller möglichen <br />
BF-Besucher im Hirn gespeichert haben) und du hast einen Barfuß-Sonderausweis! <br />
Das haut bei spießigen BF-Gegnern ein... </span></p>
<p><span style="color:#f00;">Alles Gute, Jay</span></p>
<p><br />
--</p>
<p><br />
Zur Haftungsfrage aus Sicht des Juristen <em>[Man hat aber sehr wohl an der <br />
Argumentation des Haftungsrisikos festgehalten und daher gelte diese Möglichkeit <br />
nur für den, der eine entsprechende schriftliche Haftungsfreistellung <br />
einreiche...] </em>Die wäre meines Erachtens nicht <br />
erforderlich. Wer barfuß geht, weiß, dass er damit ein erhöhtes Risiko <br />
eingeht, was Scherben, etc. angeht und muss sich daran festhalten lassen. </p>
<p>[<em>Wenn also z.B. zerbrochene Gläser längere <br />
Zeit rumliegen, ohne dass sich jemand darum kümmert, dann sind sie dafür <br />
verantwortlich, wenn sich jemand dran schneidet. Wie wäre es denn, wenn z.B. <br />
ein Kind stürzt und sich die Arme aufschneidet? Da lassen sich ja auch keine <br />
Haftungsverzichtserklärung unterschreiben, wenn das Kind keine langen <br />
Lederhandschuhe trägt. Sie wäre auch wirkungslos.</em>] </p>
<p>Es ist zwar richtig, dass wenn ein Kind stürzt und sich die Arme aufschneidet, <br />
möglicherweise eine Haftung des Geschäftsinhabers aus &quot;Verletzung der <br />
Verkehrssicherungspflicht&quot; (wie wir Juristen das geschwollen nennen) <br />
greifen würde. Entscheidend ist hier aber, dass wenn ein Barfüßler in die <br />
Scherben tritt und sich verletzt, es eben nicht passiert wäre, wenn er Schuhe <br />
getragen hätte. Daher in diesem Falle keine Haftung des Geschäftsinhabers. <br />
Wenn man für alles haften würde, weil ja auch etwas anderes hätte passieren können <br />
(Kind rutscht aus und verletzt sich), wäre das Haftungsrisiko uferlos, weil man <br />
sich zu fast allem und jeder Situation etwas überlegen kann, was auch hätte <br />
passieren können (insbesondere wenn man Kinder bemüht). </p>
<p>Anders hingegen in diesem Beispiel: </p>
<p>[<em>wenn sie einem mit einem Hubwagen über <br />
die Zehen rauschen, dann müssen sie erst mal erklären, ob und warum das mit <br />
Flip Flops nicht zu Schäden geführt hätte.</em>] </p>
<p>Wenn unterstellt die Barfüßigkeit an Umfang und Schwere der Verletzungen <br />
nichts geändert hat, kann sich der Geschäftsinhaber tatsächlich nicht auf <br />
einen Haftungsausschluss berufen. Denn dann verwirklicht sich ja kein <br />
spezifisches Risiko des Barfußgehens. </p>
<p>Allerdings wie man so schön sagt: Zwei Juristen, drei Meinungen. Meine Kollegen <br />
Aquajeans und Markus U. sehen es vielleicht ganz anders. Gerade diese <br />
Unsicherheit bei der Rechtsauslegung ist es jedoch, was die Sache für <br />
Nichtjuristen undurchschaubar und gelegentlich auch frustrierend macht, so dass <br />
sie häufig eben versuchen, auf Nummer sicher zu gehen. </p>
<p>Und wenn z.B. in Amerika Schadensersatz von McDonald&#039;s in Millionenhöhe bezahlt <br />
werden muss, weil sich eine Kundin an Kaffee verbrüht hat, weil sie angeblich <br />
überhaupt nicht damit gerechnet hat und auch nicht darauf hingewiesen wurde, <br />
dass der heiß sein könnte, darf man sich nicht wundern, dass es dort bezogen <br />
auf Barfuß-Verbote und deren Durchsetzung zu Auswüchsen kommt, wie kürzlich <br />
z.B. von Lothar eindrucksvoll beschrieben. Und auch wir Deutschen mit unserer <br />
Vollkasko-Mentalität dürfen uns nicht wundern, wenn immer mehr reglementiert <br />
oder verboten wird, weil viele eben nicht bereit sind, die Folgen ihres <br />
selbstbestimmten Handelns auch zu tragen. </p>
<p>Zurück zum Thema: Außerhalb von Strand und Schwimmbad läuft eben nur eine <br />
verschwindende Minderheit der Bevölkerung barfuß. Und wenn die ernsthaft <br />
erwartet, dass ihr unter keinen Umständen was passiert, wenn sie in Geschäften <br />
oder der Innenstadt schuhlos unterwegs ist, wird das nicht zu einer Verbesserung <br />
der Stadtreinigung bzw. der Sauberkeit im Laden führen, sondern zu Barfußverboten. <br />
Daher sind diesbezügliche Beschwerden oder gar der Versuch Schadensersatz zu <br />
bekommen, wenn man eben mal barfuß in eine Scherbe tritt (was ja ausweislich <br />
aller Erfahrungsbericht in diesem Forum sehr viel seltener vorkommt, als <br />
gemeinhin angenommen) unserer Sache nicht förderlich, sondern abträglich. </p>
<p>Gut ist es, wenn jemand wie hier auf seine Bereitschaft zur Eigenverantwortung <br />
verweist und dies auch mit einem ausdrücklichen Haftungsausschluss <br />
unterstreicht. Fatal wäre es aber, wenn jemand, womöglich noch unter Verweis <br />
auf seine Barfüßigkeit, sich über Scherben im Laden beschwert. Die Folge wäre <br />
voraussichtlich nicht bessere Reinigung, sondern ein Barfußverbot. Das sollten <br />
alle bedenken. </p>
<p>Beste Nikolausgrüße </p>
<p>Oliver S.</p>
<p><br />
Hallo Oliver, </p>
<p>Du hast vollkommen Recht und sprichst mir mit jedem Satz absolut aus der Seele! <br />
(Dass ich das jemals von einem Juristen behaupten würde... <img src="https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/images/smilies/wink.png" alt=";-)" />. </p>
<p>Für mich als juristischen Laien gilt eigentlich die Idealvorstellung von der <br />
Gesetzgebung als verschriftlichtem &quot;Common Sense&quot;, wobei sich über <br />
letzten natürlich auch wieder streiten lässt. Nach dieser Maxime stellt sich <br />
die Haftungsfrage wie von Dir bereits erklärt im geschilderten Fall gar nicht. <br />
Wie sich man auf der einen Seite über die vollkommen schwachsinnigen <br />
amerikanischen Verhältnisse (zurecht) aufregen kann, auf der anderen Seite aber <br />
eben genau den gleichen Schwachsinn für sich selbst beansprucht, erschließt <br />
sich auch mir nicht. Hätte ich einen Supermarkt und würde mich ein Barfüßer <br />
wegen einer Scherbe bzw. der Verletzung an selbiger erfolgreich verklagen würde <br />
ich 1. auch an der Vernunft der Rechtssprechung zweifeln und 2. ein Barfußverbot <br />
verhängen, obwohl ich selber gerne barfuß laufe. In den USA werden die hohen <br />
Strafen zudem auch durch das dortige System der Anwaltshonorare, die stark vom <br />
Streitwert abhängen, befeuert, so dass selbst Kleinigkeiten gerne aufgebauscht <br />
werden. Auf der Strecke bleibt dabei der gesunde Menschenverstand (Common <br />
sense). Das führt dann eben dazu, dass man zwar Schuhe aber kein Hirn mehr <br />
braucht, weil andere ja schon die Verantwortung für einen übernommen haben... </p>
<p>Ich hoffe, dass wir hier keine amerikanischen Verhältnisse bekommen und <br />
weiterhin die Freiheit besitzen auf Schuhe zu verzichten, wo wir sie für <br />
entbehrlich halten und unser Hirn zu benutzen, wo wir es benötigen. (Ich <br />
arbeite übrigens seit einem Jahr in einer US-amerikanischen Firma.) Sonst wird <br />
das von Dir geschilderte Horrorszenario von der Fremdbestimmung selbst im <br />
Supermarkt bald Wirklichkeit und wir laufen bald wirklich nur noch barfuß auf <br />
abgesteckten Barfußpfaden, die wegen der Produkthaftung minütlich gesäubert <br />
werden und daher sündhaft teuer im Eintritt sind. </p>
<p>Juristisch sicherlich auch interessant: Ich laufe barfuß durch den Supermarkt, <br />
verletze mich, blute und versaue dadurch den ganzen Laden. Muss ich für die <br />
Reinigung aufkommen und für den entgangenen Schaden (Umsatz), weil Kunden in <br />
Panik vor aidsverseuchtem Blut den Supermarkt verlassen? </p>
<p>Also noch mal an ALLE hier im Forum: HIRN EINSCHALTEN! </p>
<p>Serfuß an alle, die noch denken können, Jörg <br />
(Hanna)</p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994263084</link>
<guid>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994263084</guid>
<pubDate>Thu, 21 Dec 2006 17:57:06 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Georg</dc:creator>
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