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<title>Hobby? Barfuß! auf Parsimony - Artikel: Die Füße sind die Dummen</title>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/</link>
<description>Archiv</description>
<language>de</language>
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<title>Artikel: Die Füße sind die Dummen (Antwort)</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Kai,</p>
<p>vielen Dank für das Abtippen des Artikels!</p>
<p>Der Orthopäde Dr. Winfried Beck ist ganz klar erkennbar jemand, der sich WIRKLICH auskennt und auch zum Thema Barfußlaufen keinen Unsinn verzapft wie manche seiner Kollegen.</p>
<p>Gut, daß hiermit wieder ein wichtiger Artikel für das &quot;Best Of&quot; gesichert ist!</p>
<p>Vielen Dank noch einmal -</p>
<p>MarkusII</p>
]]></content:encoded>
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<pubDate>Wed, 15 Nov 2000 22:09:42 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>MarkusII</dc:creator>
</item>
<item>
<title>Artikel: Die Füße sind die Dummen</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo zusammen,</p>
<p>Lorenz hatte kürzlich von einem Artikel aus der Zeitschrift &quot;BUNTE&quot; berichtet. Ich habe ihn von ihm bekommen und mal abgetippt:</p>
<p><strong>aus: Bunte Nr. 35/2000, S. 78ff</strong></p>
<p><strong>Die Füße sind die Dummen</strong></p>
<p>Fusskrankes Deutschland.</p>
<p><em>Acht von zehn Frauen leiden wg. Stilettos unter Hammerzehen <br />
oder Spreizfüßen. Was tun?</em></p>
<p><em>(Dr. Winfried Beck, Orthopäde in Frankfurt/M., ist Experte für <br />
Fußprobleme - und diese, so sagt er, liegen fast alle an der Erfindung <br />
des modischen Schuhes.)</em></p>
<p><strong>Vier von fünf Deutschen jammern über Fußprobleme. <br />
Sind die angeboren oder laufen wir uns alle lahm?</strong></p>
<p>Nur der winzige Teil von fünf Prozent aller Fußbeschwerden <br />
belastet uns seit der Geburt. Der große Rest von 95 Prozent ist zivilisationsbedingt.</p>
<p><strong>Wie sieht denn die &quot;Hitliste&quot; der Fußbeschwerden aus?</strong></p>
<p>Die Palette reicht vom Plattfuß über verformte Zehen bis <br />
hin zu hartnäckigen Pilzerkrankungen und schmerzhaft eingewachsenen <br />
Zehennägeln. Am häufigsten findet sich der Spreizfuß. Dabei <br />
ist das Quergewölbe des Fußes eingebrochen. Oft haben Patienten <br />
auch deformierte Zehen, wie etwa übereinanderliegende Zehen. Oder <br />
die Hammerzehe, das ist ein extrem in Beugung fixierter Zeh.</p>
<p><strong>Sind das nur reine Zivilisationskrankheiten?</strong></p>
<p>Ja. Wir Stadtbewohner benutzen die Füße eigentlich nur noch <br />
als Stelzen. Dabei ist der Fuß ein hoch flexibles Körperteil, <br />
das viele seiner Funktionen einfach verlernt hat. Von Menschen, die ihre <br />
Hände verloren haben und jetzt alltägliche Arbeiten mit den Füßen <br />
verrichten müssen, weiß man, was für ein motorisches Feingefühl <br />
in ihnen steckt. Sogar Schreiben kann man mit den Füßen erlernen.</p>
<p><strong>Viele Frauen klagen nach dem Tragen von Stöckelschuhen über <br />
Kopf- und Rückenschmerzen.</strong></p>
<p>Durch die hohen Absätze wird das gesamte Körpergewicht auf <br />
die Ballen gestellt. Bei einer Absatzhöhe von 7,5 Zentimetern steigt <br />
der Druck auf die Fußballen um 75 Prozent. Durch die unnatürliche <br />
Haltung werden Knie und Hüfte stärker beansprucht und dadurch <br />
auch die Wirbelsäule. Diese Fehlhaltungen können Verspannungen <br />
der Rückenmuskulatur verursachen und deshalb Kopfschmerzen. Hohe Absätze <br />
sind auch der Grund, dass Frauen überproportional häufig unter <br />
einer Kniearthrose - also Verschleißerscheinungen am Knie - leiden.</p>
<p><strong>Aber keine modebewusste Frau kann zu Stringtop und engem Rock in <br />
Gesundheitsschuhen daherlatschen -</strong></p>
<p>Sicher. Aber wer ständig stöckelt, riskiert eine Verkürzung <br />
der Wadenmuskulatur. Alarmzeichen sind Schmerzen beim Ausziehen der Schuhe. <br />
Und das Quergewölbe der Füße kann nachgeben. Der so genannte <br />
Spreizfuß entsteht.</p>
<p><strong>Also Pumps nur noch anziehen, wenn man auf dem Sofa sitze - und sonst <br />
in weichen Tod’s herumschlabbern?</strong></p>
<p>Ich rate, Highheels gezielt einzusetzen. Wenn man zum Beispiel in die <br />
Oper geht - aber nicht zum Einkaufen in den Supermarkt. Und wer zwischendurch <br />
seine malträtierten Füße gut pflegt, mindert das Risiko <br />
von bleibenden Beschwerden.</p>
<p><strong>Also Gesundheitsschuhe tragen?</strong></p>
<p>Nein, das heißt es nicht. Auch Verwöhnschuhe mit vorgeformten <br />
Sohlen können dem Fuß schaden. Negativabsätze können <br />
sogar ein Gesundheitsrisiko darstellen, weil es zu einer Überdehnung <br />
der Achillessehne kommen kann. Durch die dauernde Reizung entwickeln sich <br />
häufig Sehnenscheidenentzündungen, die die Achillessehne chronisch <br />
schädigen können.</p>
<p><strong>Manche Partygirls lassen sich vor Marathonnächten Kortisonspritzen <br />
geben.</strong></p>
<p>Theoretisch kann man die schmerzenden Mules-Modefüßchen so <br />
behandeln wie die der Leistungssportler. Am Vorabend eines großen <br />
Auftrittes eine Spritze geben, damit die Beschwerden kurzfristig verschwinden. <br />
Da sind die Grenzen der Vernunft aber schnell überschritten. Ich würde <br />
eine solche Behandlung ablehnen.</p>
<p><strong>Viele Highheels-Vernarrte leiden doch unter stechenden Schmerzen <br />
...</strong></p>
<p>Durch die übermäßige Belastung der Ballen können <br />
am Fuß verlaufende Nerven gequetscht werden, es sticht und brennt <br />
unter dem vierten Zeh. In der Fachsprache nennt man das Morton’sche Neuralgie. <br />
In schlimmeren Fällen eine Injektionskur mit Kortison gemischt mit <br />
einem örtlichen Betäubungsmittel. Notfalls muss man den Nervenknoten <br />
entfernen - allerdings kann danach eine völlige Taubheit des Bereichs <br />
auftreten.</p>
<p><strong>Ältere Menschen klagen häufiger unter Schmerzen an den <br />
Fußsohlen.</strong></p>
<p>Wie am ganzen Körper schwindet das Gewebe leider mit den Jahren. <br />
Zwischen Haut und Knochen kann dabei ein Teil der Polsterung verloren gehen. <br />
Das normale Laufen schmerzt plötzlich. Diese Beschwerden treten aber <br />
nur dann auf, wenn die Füße über Jahre falsch belastet <br />
wurden.</p>
<p><strong>Orthopäden versuchen nun mit einer neuen Laserbehandlung die <br />
Schmerzen am Fußballen zu lindern.</strong></p>
<p>Die Ballen werden sozusagen von innen aufgepolstert. Die französische <br />
Orthopädin Suzanne Levine behandelt damit so genannte Fashion Victims, <br />
Models und Managerinnen, die sich mehr oder weniger gezwungen sehen, viel <br />
mit hochhackigen Schuhen herumzulaufen.</p>
<p><strong>Was passiert dabei?</strong></p>
<p>Während die Hautoberfläche vereist wird, zerstört die <br />
Laserhitze in den darunter liegenden Schichten etwas Gewebe. Das regt den <br />
Körper an, Kollagen zu produzieren, und Narbengewebe entsteht. Diese <br />
Lasertherapie mag kurzfristig helfen, doch es handelt sich noch um eine <br />
experimentelle Methode. Über die Langzeitfolgen ist noch so gut wie <br />
nichts bekannt. Jeder, der diese Aufpolsterung machen will, sollte sich <br />
im Klaren sein, dass er ein Risiko eingeht.</p>
<p><strong>Auch Model Claudia Schiffer ist wahrscheinlich ein Modeopfer. Es <br />
heißt, sie habe einen Hammerzeh. Was kann man in solch einem Fall <br />
tun?</strong></p>
<p>Ein Hammerzeh kann durch zu enge Schuhe und falsche Belastung entstehen, <br />
aber auch angeboren sein. Hier kann man mit Polsterstützen und Zehenmuffen <br />
die Beschwerden lindern. Doch wirkliche Hilfe bringt langfristig nur eine <br />
Operation.</p>
<p><strong>Ist diese Operation riskant?</strong></p>
<p>Die Hammerzehoperation ist einer der häufigsten orthopädischen <br />
Eingriffe in Deutschland und wird oft ambulant gemacht. Dabei wird am Zehengrundgelenk <br />
ein Knochenkeil herausgenommen und die Zehen wieder gerade gerichtet. Die <br />
Operation dauert 15 bis 30 Minuten. Zwei Wochen darf der Patient anschließend <br />
gar nicht auftreten, für weitere vier bis sechs Wochen sollte er seinen <br />
Fuß noch schonen.</p>
<p><strong>Können Spreizfuß oder Senkfuß operiert werden?</strong></p>
<p>Im Gegensatz zu Zehenoperationen sind Eingriffe, die das Stützgewölbe <br />
des Fußes wiederherstellen sollen, äußerst kompliziert. <br />
Denn es müssen dabei nicht nur Knochen, sondern auch Sehnen und Bänder <br />
umgestellt werden. Die Chancen, dass man nach einer Operation wirklich <br />
beschwerdefrei ist, sind gering.</p>
<p><strong>Was bleibt als Alternative?</strong></p>
<p>Die konservative Behandlung, Schuheinlagen und, wenn die Beschwerden <br />
größer werden, die Zurichtung der Schuhe mit stützenden <br />
Polstern und speziell geformten Sohlen.</p>
<p><strong>Können wir etwas tun, damit es nicht so weit kommt?</strong></p>
<p>Die wichtigste Vorbeugung: mit den Füßen arbeiten. Zehengang, <br />
mit den Zehen nach Gegenständen greifen, sie einzeln spreizen und <br />
versuchen, sie zu bewegen. Viel barfuß laufen, damit die Füße <br />
abgehärtet werden. Ruhig auch auf einem unebenen Waldboden oder einem <br />
Kieselsteinweg. Taulaufen und kalte Kneippgüsse helfen ebenfalls.</p>
<p><strong>Jetzt zu einem gern totgeschwiegenen Thema: Fuß- und Nagelpilz</strong></p>
<p>Fußpilz, unter dem Millionen Menschen leiden, entsteht nicht im <br />
Schwimmbad, sondern im Schuh. Der Fuß darf niemals, noch nicht einmal <br />
andeutungsweise, feucht in einen Schuh schlüpfen. Und nicht lachen: <br />
Füße nach dem Waschen föhnen. Das wirkt besser, als sich <br />
im Schwimmbad die Füße mit desinfizierenden Mitteln einzusprühen. <br />
Luft und Licht müssen an den Fuß. Ganz wichtig: Nur Baumwollsocken <br />
tragen. Synthetische Fasern regen die Schweißproduktion an und erzeugen <br />
somit das ideale feuchtwarme Klima für Pilze. Wer einen Nagelpilz <br />
erwischt hat, muss zum Arzt. Nur der kann feststellen, welches Mittel, <br />
z.B. Anti-Pilz-Nagellack oder Tabletten, richtig ist.</p>
<p><strong>Was ist bei der Pflege der Füße zu beachten?</strong></p>
<p>Das richtige wäre, die Füße so zu pflegen und zu behandeln <br />
wie die Hände. Dann bleiben sie gesund. Füße erst einpacken, <br />
wenn die Hände nach Handschuhen verlangen. Das beugt Pilzen vor.</p>
<p><strong>Oft ist man sich beim Einkaufen nicht wirklich sicher, ob die Schuhe <br />
passen. Was kann man tun?</strong></p>
<p>Wer unsicher ist, kann einfach Abhilfe schaffen: Fuß auf einen <br />
Karton stellen, mit einem Stift umranden, vorn einen Zentimeter dazu tun <br />
und das Ganze ausschneiden. Wenn diese Vorlage in einen Schuh passt, dann <br />
hat dieser die ideale Passform. Zudem sollte man Schuhe stets nachmittags <br />
einkaufen. Da ist der Fuß schon ein wenig angeschwollen, das verhindert <br />
den Kauf zu kleiner Schuhe.</p>
<p><strong>Thema laufen lernen. Was muss man beachten?</strong></p>
<p>Die ersten Schuhe für Kinder müssen nur schützen und <br />
nicht stützen. Denn gerade durch stützende Lauflernschuhe werden <br />
die Füße in ihrer Entwicklung eingeschränkt. Die ersten <br />
Schuhe sollen nicht viel mehr sein als Mokassins.</p>
<p><strong>Wer hat heute eigentlich noch ganz gesunde Füße?</strong></p>
<p>Mit Sicherheit die Sherpas im Himalaja. Sie besitzen eine ungeheure <br />
Kraft in den Bein- und Fußmuskeln. Kein Wunder: Das nepalesische <br />
Bergvolk läuft meist barfuß, täglich viele Kilometer. Die <br />
Sherpas rennen über die Berge bis zu ihren teils 5000 Meter hoch gelegenen <br />
Dörfern. Sie springen die Steigungen hoch, transportieren schwere <br />
Lasten auf dem Rücken und sind dabei noch fröhlich. Die Sherpa-Füße <br />
sind so abgehärtet, dass sie sogar durch Schnee und Eis barfuß <br />
laufen können.</p>
<p>à Gönnen Sie Ihren Füßen <br />
eine Verwöhnkur: So stellen Sie sich gut mit Ihren Füßen</p>
<p>Wenn abends die Füße brennen und geschwollen sind, erfrischt <br />
ein laufwarmes Fußbad mit ein paar Tropfen kühlendem Pfefferminzöl. <br />
Bei Neigung zu starker Schweißbildung oder Pilzerkrankungen sollten <br />
Sie Ihren Füßen täglich ein Bad mit Rosmarin- und Arnika-Extrakten <br />
gönnen. Nach zehn Minuten Plantschen die Füße bis zum Knie <br />
kurz und kühl abduschen, gut trockenen. Dann mit kühlendem Gel <br />
oder einer schweiß- und pilzhemmenden Creme (Apotheke) einreiben <br />
und möglichst barfuß bleiben. Einmal pro Woche die Füße <br />
mit Meersalz peelen und Zehennägel vorsichtig kürzen, ohne die <br />
Nagelhaut zu verletzen. </p>
<p><em>Interview: Norbert Regitnig-Tillian</em></p>
<p><strong><em>aus: BUNTE, Nr. 35/2000, S. 78 ff.</em></strong></p>
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<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994208465</link>
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<pubDate>Wed, 15 Nov 2000 21:49:13 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Kai</dc:creator>
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