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<title>Hobby? Barfuß! auf Parsimony - Literaturecke: Entfaltung der Sinne</title>
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<language>de</language>
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<title>Literaturecke: Entfaltung der Sinne</title>
<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo zusammen,</p>
<p>für die Literaturecke habe ich in<br />
dem Buch &quot;Entfaltung der Sinne&quot; (Hugo Kükelhaus, Rudolf zur Lippe),<br />
Verlag fischer alternativ, ISBN 3-596-24065-4, 1991 ein vielleicht ganz<br />
interessantes Kapitel für dieses Forum gefunden. Kurz zum Buch (aus<br />
dem Klappentext):</p>
<p>Großtechnische Entwicklungen<br />
beschränkt menschliche Wahrnehmung auf bloße &quot;Kopfarbeit&quot;. Nur<br />
Entfaltung unserer Sinne wie Riechen, Fühlen, Schmecken, hören<br />
und Sehen sowie stetes Einüben in das Gleichgewicht des Körpers<br />
vermögen diese Zerstörung des Menschen aufzuhalten. Mit seinem<br />
&quot;Erfahrungsfeld&quot; zeigt Hugo Kükelhaus 33 Stationen, in denen die Sinne<br />
neu entdeckt weren können. Dadurch erweist sich dieses Buch, zusammenmit<br />
den Texten von Rudolf zur Lippe, als ein richtungsweisendes, kunstvoll<br />
bebildertes Kompendium einer ganzheitlichen Erfahrung des Körpers<br />
und damit menschlichen Lebens überhaupt.</p>
<p>Folgendes Kapitel fand ich interessant.<br />
Bemerkenswert ist, daß nirgendwo von &quot;Barfuß&quot; geschrieben wird,<br />
aber implizit gemeint ist, auch in der beigefügten Zeichnung (fehlt<br />
hier leider). Hugo Kükelhaus beschreibt darin einen von ihm entworfenen<br />
Barfußparcours:</p>
<p>&quot;S. 111, Schule des Gehens</p>
<p>Die<strong> Station 15</strong> nennt<br />
Hugo Hükelhaus eine Schule des Gehens, weil sie auf vielfältige<br />
Weise dazu anregt, alle Funktionszusammenhänge des &quot;aufrechten Ganges&quot;<br />
besonders auszubilden. Vor allem wird der Gang aus dem bestimmten Kontakt<br />
der Füße mit verschiedenen Böden bestimmt. Die Füße<br />
selbst werden, indem sie sich verschiedenen Materialstrukturen anpassen,<br />
ja sie zunächst erst erprobend ausmachen, außerordentlich belebt.<br />
Dies ist keineswegs nur für die Fußmuskulatur wichtig. Nervenbahnen<br />
verbinden die Fußsohlen mit allen Organen des ganzen Körpers<br />
und leiten die belebenden Wirkungen zu ihnen weiter. &quot;Massage&quot; auf diesem<br />
Wege wirkt auf feinste Weise in die Tiefen des Organismus. Außerdem<br />
wird der Tastsinn, der ja keineswegs etwa auf die Hände begrenzt ist,<br />
auch an den Füßen gereizt und gestärkt. Im Gehen tasten<br />
sich die Füße vor und erproben das Gelände. Entsprechend<br />
seinen Eigenschaften greifen die Fußsohlen den Boden und geben dabei<br />
Gleichgewichtsempfindungen an den Körper weiter, die alle Glieder<br />
und den Rumpf wie den Kopf zu Ausgleichsbewegungen im dynamischen Gleichgewicht<br />
veranlassen. Es entfaltet sich über den Buckeln und Kanten, Sandflächen<br />
und Steinen, Holzbohlen und Kieseln die Einheit von kleinmotorischen Fußgewegungen<br />
und großmotorigen Haltungsveränderungen, die wir &quot;greifenden&quot;<br />
Gang nennen können.</p>
<p>Das Greifen<br />
mit den Füßen kann man üben, indem man mit den Zehen Kiesel<br />
aufnimmt und sie ins Wasser wirft, das mit Wellenkreisen antwortet. Beim<br />
Wiederaufnehmen der Kiesel mit den Händen kann man die Wirkung des<br />
Wassers auf die Glieder spüren.</p>
<p>Die Schritte<br />
werden um so bewußter vollzogen, als sie im leicht ansteigenden Gelände<br />
verzögert werden. Zugleich werden sie aber beschringt durch den ihnen<br />
entgegenströmenden Lauf des Wassers in der Reihe kleiner Schalen.<br />
Dessen Bewegung und Geräusch verstärken die Bewegungsimpulse<br />
der Gehenden, obwohl sie zugleich entspannend wirken.</p>
<p>Übrigens<br />
sind die Schalen so geformt, daß das Wasser in den im eigenen Strudelbewegungen<br />
von Schale zu Schale fließen kann; die Bewegungsform wird sogar derart<br />
verstärkt, daß es - wie durch eine Art von Massage oder Selbstrhythmisierung<br />
- am Ende mit der Spannkraft frischen Quellwassers ankommt und in den Schalen<br />
eine pulsende Bewegung von der einen zur anderen Schalenhälfte entwickelt.<br />
Es kann so geradezu heilende Kaft entfalten. Seine stärkende Selbstrhythmisierung<br />
im fallenden Fluß kann der bergan Gehende in seinen Schritten aufnehmen.</p>
<p>In der Schule<br />
des Gehens werden Relieferfahrungen der Füße, besonders intensiv<br />
am Strand, und das Erlebnis von Wanderungen an Bergbächen verbunden.<br />
Das Gefühl, rascher und leichter voranzukommen, das durch einen entgegenkommenden<br />
Zug oder auf einem rollenden Teppich hervorgrufen wird, verbindet sich<br />
im Wasserlauf mit der Anregung zu eigenem Rhythmus.&quot;</p>
<p>Frohe Diskussion wünscht<br />
Euch</p>
<p>Kai</p>
<p>🏠 <strong><a href="http://www.wanderjugend.de">zur Homepage der Deutschen Wanderjugend</a></strong></p>
]]></content:encoded>
<link>https://parsimony.hobby-barfuss.barfuss-life.style/index.php?id=994200885</link>
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<pubDate>Fri, 28 May 1999 17:52:12 +0000</pubDate>
<category>Hobby? Barfuß! 2</category><dc:creator>Kai</dc:creator>
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